China sagt osteuropäischen Ländern milliardenschwere Investitionen zu

28.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Italiens Wirtschaftsklima kühlt sich leicht ab

Das italienische Geschäftsklima ebenso wie die Stimmung der Verbraucher ist im November etwas verhaltener ausgefallen. Das Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe sank um 0,1 Punkte auf einen Stand von 110,8 Zähler, bleibt damit aber noch immer nahe beim Zehnjahreshoch, das im letzten Monat erreicht wurde. Auch der Wert für das Verbrauchervertrauen ging etwas zurück. Der Indikator fiel um 1,7 Punkte auf 114,3 Zähler.

Nach Jahren der Wirtschaftsflaute geht es mit der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wieder aufwärts. Für das laufende Jahr erhöhte das nationale Statistikamt Istat erst letzte Woche seine Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0% auf 1,5%. Begründet wurde diese Prognose mit einer stärkeren Nachfrage aus dem Inland.

AMERIKA

Verkäufe neuer Häuser in den USA legen im Oktober deutlich zu

Im Oktober wurden in den USA wieder deutlich mehr neue Häuser gekauft. Die Verkäufe stiegen im Vergleich zum Vormonat um 6,25 % an. Das teilte das Handelsministerium am Montag mit. Von den Volkswirten wurde dagegen ein Rückgang von 6,0% erwartet. Auf Jahressicht stiegen die Verkäufe um 40.000 auf 685.000 neue Objekte an, das bedeutet den höchsten Wert seit dem Oktober 2007. Die Erholung auf dem Immobilienmarkt im Süden der USA setzt sich damit nach den Zerstörungen durch die Wirbelstürme im Sommer weiter fort.

UNTERNEHMENS-NEWS

SHELL KOOPERIERT MIT AUTOBAUERN

Der britisch-niederländische Energieriese will im Rahmen eines gemeinsamen Projektes Schnellladestationen an mehr als 80 Autobahnen in Europa betreiben. Ionity, so der Name des Projektes, sieht vor, dass bis 2020 rund 400 solcher Ladestationen für Elektroautos entstehen. Mit dabei sind neben Shell auch die deutschen Autobauer BMW, Daimler und VW sowie die US-Amerikaner Ford.

Derzeit spielen die E-Autos noch eine untergeordnete Rolle. Ihre Reichweite und auch die Möglichkeiten zur Ladung der Zellen sind noch begrenzt. Die Situation soll mit diesem Projekt verbessert werden. Während andere Energieriesen noch nicht auf das Thema Elektromobilität setzen, gab es bei Shell zuletzt ein Umdenken. Man sicherte sich unter anderem die Dienste des britischen Unternehmens New Motion. Dieses betreibt derzeit etwa 30.000 Ladestationen im mehreren Ländern und zählt damit zu den führenden Anbietern in Europa.

NOVARTIS MACHT FORTSCHRITTE IN DER COPD-BEHANDLUNG

Der Schweizer Pharmariese präsentierte Studienergebnisse, die den Behandlungserfolg des Medikaments Ultibro belegen. Dieses kommt in der Behandlung der Lungenkrankheit COPD (chronic obstructive pulmonary disease) zum Einsatz. Die Studie habe gezeigt, dass sich die Lungenfunktion der Patienten unter der Einnahme von Ultibro signifikant verbessert habe.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINA SAGT OSTEUROPÄISCHEN LÄNDERN MILLIARDENSCHWERE INVESTITIONEN ZU

Im Rahmen seines Investitionsprogramms „Neue Seidenstraße“ will China Straßen- und Schienenverbindungen zwischen Asien und Europa ausbauen. Für das gemeinsame Projekt, eine Kooperation von 16 mittel- und osteuropäischen Ländern und China, sagte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang den Ländern der Region auf einem Gipfeltreffen am Montag rund drei Milliarden Dollar für Investitionen und Entwicklungsprojekte zu.

So soll beispielsweise die Bahnverbindung zwischen Ungarn und der serbischen Hauptstadt Belgrad modernisiert werden, damit im griechischen Hafen von Piräus ausgelieferte Güter aus China schneller nach Mitteleuropa transportiert werden können. Ungarn plant auf dem Gipfel elf bilaterale Vereinbarungen mit der Volksrepublik China zu unterzeichnen. Allein für die Modernisierung der Bahnverbindung auf seinem Territorium hat die ungarische Regierung 2,1 Milliarden Dollar veranschlagt. Der Start der Umsetzung der geplanten Investitionen wurde mit Ende 2020 beziffert.

Kritisch gegenüber dem multinationalen Projekt äußerte sich der deutsche Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Er warnte bereits im Sommer vor einer Spaltung Europas auf Grund der Kooperation Chinas mit den osteuropäischen Ländern.

EZB SIEHT EIGENE HANDELSPLÄTZE ALS LÖSUNG FÜR FAULE KREDITE

Laut einer gestern veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) könnten eigene Handelsplätze die Lösung für notleidende Kredite sein. Mit diesen Plattformen wäre es laut EZB möglich, dass einerseits einheitliche Kreditdaten zur Verfügung gestellt, die Prüfkosten gesenkt sowie mehrere Anleger gefunden werden können.

Gemäß den Daten der EZB sind im Euroraum immer noch etwa 800 Millionen Euro an Problemkrediten bei den Banken ausständig. EZB-Chef Mario Draghi hatte deshalb erst unlängst an die Geldhäuser, Regulierer und Regierungen gleichermaßen appelliert, dass diese gemeinsam an dem Problem arbeiten.

Die Studie der EZB legt nahe, wo die derzeitigen Hindernisse beim Abbau der faulen Kredite liegen. Punkt eins sei die zu geringe Liquidität. Nummer zwei die zu geringe Anzahl an Investoren, was in Folge zu niedrigen Preisen führe. Genau das sollten die Handelsplätze für notleidende Kredite aber zukünftig in den Griff bekommen.

Der Zugang zu den Plattformen solle laut der Studie allen interessierten Anlegern und Besitzern von notleidenden Krediten offenstehen. Bezüglich der Errichtung könnten sich die Autoren der Studie vorstellen, dass die Plattformen von den Instituten errichtet werden, die diese letztendlich für den Verkauf der Problemkredite nutzen wollen.

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