EZB: Lockere Gelpolitik findet Weg zu den Firmen

29.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Konsumenten bleiben weiter in Kauflaune

Das Konsumklima in Deutschland bleibt auch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Umfrage des GfK-Institutes für den Dezember hat gezeigt, dass der Index für die Verbraucherstimmung für den Dezember unverändert bei 10,7 Punkten geblieben ist. Der Stimmungsindikator wird durch eine monatliche Umfrage unter etwa 2.000 Verbrauchern ermittelt.

GfK-Experte Rolf Bürkl sieht dieses Ergebnis als gute Nachricht für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Getragen wird die gute Stimmung unter den deutschen Konsumenten vor allem durch den robusten Wirtschaftsaufschwung  und die exzellente Lage auf dem Arbeitsmarkt.

AMERIKA

Stimmung der US-Verbraucher erreicht neues 17-Jahreshoch

Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich rechtzeitig vor dem beginnenden Weihnachtsgeschäft deutlich aufgehellt. Der vom privaten Marktforschungsinstitut Conference Board berechnete Stimmungsindikator ist im November um 3,3 Punkte auf 129,5 Zähler angestiegen. Das bedeutet den höchsten Stand seit dem November 2000. Die Erwartungen der Experten lagen dagegen bei einem Rückgang auf 124,0 Punkte.

ASIEN

Japanische Einzelhandelsumsätze gehen wie erwartet zurück

Die Umsätze der japanischen Einzelhändler haben im Oktober auf Jahressicht wie erwartet nachgegeben. Der Bericht des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) weist einen Rückgang der Verkäufe um 0,2% aus. Das entsprach auch den Schätzungen der Experten. Der Wert des Vormonates wurde von +2,2% auf +2,3% nachträglich angepasst.

Die Einzelhandelsumsätze basieren auf einer stichprobenartigen Messung von verkauften Waren in Kaufhäusern verschiedener Arten und Größen. Sie gelten als wichtiger Indikator für Konsumentenausgaben und Verbrauchervertrauen.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT UND SAP VERTIEFEN DIE ZUSAMMENARBEIT

Die beiden Unternehmen gaben gestern bekannt, dass man zukünftig die gegenseitige Nutzung von Software und auch Dienstleistungen weiter verstärken will. Davon profitieren sollen vor allem die Kunden von Microsoft und SAP.

Die Produkte werden besser aufeinander abgestimmt und somit praktikabler und effizienter. So wird Microsoft das Flaggschiff von SAP, S4/Hana, nutzen und im Gegenzug wird sich dieses System in der Cloud-Plattform Azure eingliedern. Die Deutschen setzen verstärkt auf Unternehmenskooperation. Man arbeitet beispielsweise bereits mit Amazon, Google und auch IBM zusammen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB: LOCKERE GELPOLITIK FINDET WEG ZU DEN FIRMEN

Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) findet immer mehr den Weg zu Firmen, das berichtet die EZB gestern. So haben die Banken in der Eurozone im Oktober um 2,9% mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. Dabei handelt es sich somit um den stärksten Zuwachs seit dem Sommer 2009. Im Vormonat September wurden im Vergleich um 2,4% mehr Kredite weitergegeben. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sprach im Zuge der stärkeren Kreditvergabe zwar von einem höheren Wachstum der europäischen Unternehmen, bezeichnete dieses angesichts der aktuellen Investitionsdynamik aber als moderat. Laut dem KfW Experten würden vor allem größere internationale Unternehmen aktuell von der freundlicheren Weltkonjunktur profitieren. Das zeige sich vor allem an den gesteigerten größeren Kredittickets, berichtete er der Nachrichtenagentur Reuters. Im dritten Quartal konnte die Wirtschaft in der Eurozone zum Vorquartal um 0,6% zulegen, in Deutschland waren es in diesem Zeitraum 0,8%.

Seit dem März 2016 hält die EZB den Leitzinssatz nun schon auf dem historischen Tief von 0,0% und pumpt über ihr Anleihekaufprogramm monatlich Milliarden in den Markt. Aktuell kauft die EZB noch Wertpapiere in Höhe von 60 Milliarden EUR monatlich, was die Banken zur Kreditvergabe anregen soll und zuletzt auch immer mehr im Markt ankommt. Jedoch ist die Inflation, die im Oktober bei 1,4% lag, noch immer unter der angepeilten Grenze von um die 2%.

KATALONIEN-KRISE SETZT SPANISCHEM EINZELHANDEL ZU

Die politische Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien lässt sich nun an den Wirtschaftsdaten Spaniens ablesen. Das erste Mal seit mehr als drei Jahren gingen die Umsätze der Einzelhändler im Oktober zurück, wie die Nationale Statistikbehörde (INE) am Dienstag bekanntgab.

Unter Berücksichtigung von Kalendereffekten sanken die Einnahmen zum Vorjahr um 0,1%, während sich unbereinigt sogar ein Rückgang von 1,2% ergab. Besonders auffällig stellen sich die Umsatzrückgänge der Einzelhändler in Katalonien mit 3,9% dar. Als Reaktion auf die Unabhängigkeitserklärung des Parlaments in Barcelona hatte die spanische Regierung die Regionalregierung im Vormonat abgesetzt und die Verwaltung der Autonomieregion selbst übernommen.

Infolge der Krise haben annähernd 2000 Unternehmen ihren Sitz aus Katalonien verlegt. Damit verbunden stieg die Arbeitslosigkeit in der Region im Nordosten Spaniens im Oktober deutlich kräftiger an als in den anderen Gegenden des Landes. Mit 21. Dezember finden Neuwahlen in Katalonien statt

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