OECD sieht weltweit steigendes Konjunkturwachstum

30.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaftsstimmung in der Eurozone erreicht höchsten Stand seit dem Jahr 2000

Die Stimmung unter Unternehmern und Verbrauchern in der Eurozone hat sich weiter verbessert und erreicht den höchsten Stand seit dem Oktober im Jahr 2000. Der von der EU-Kommission veröffentlichte Stimmungsindikator stieg im November um 0,5 Punkte auf 114,6 Zähler an. Besonders zuversichtlich für die Zukunft zeigen sich die Verbraucher und die Baubranche, auch bei den Dienstleistungsunternehmen und in der Industrie ist die Stimmung weitgehend stabil.

Auf Länderebene hat sich das Wirtschaftsklima besonders in Frankreich, Spanien und den Niederlanden verbessert. Die gute Weltkonjunktur beflügelt die Wirtschaft in der Währungsunion deutlich, im letzten Quartal konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone um kräftige 0,6% gesteigert werden.

AMERIKA

US-Wirtschaft setzt Wachstumskurs weiter fort

Wie das Handelsministerium am Mittwoch bekanntgab, hat sich die US-Wirtschaft im Sommer deutlich besser entwickelt als angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte auf das Jahr hochgerechnet um 3,3% zum Vorquartal gesteigert werden. Das lag etwas über den Schätzungen der Analysten von 3,2%.

Wachstumsimpulse kamen im dritten Quartal vor allem von den Exporten, ebenso wie verstärkten Unternehmensinvestitionen und höheren Staatsausgaben. Damit dürfte auch der Weg für eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Jahr geebnet sein.

ASIEN

Stimmungslage in Chinas großen Industriebetrieben verbessert sich

In den Führungsetagen der großen und staatlich geführten Industriebetriebe in China hat sich die Stimmung im November wieder aufgehellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) für das herstellende Gewerbe stieg auf 51,8 Punkte an, wie das Statistikamt am Donnerstag berichtete. Von den Analysten wurde dagegen ein Rückgang auf 51,4 Zähler erwartet. Auch der Index für den Servicesektor konnte nach einem Rückgang im Oktober wieder zulegen, er stieg von 54,3 auf 54,8 Punkte an.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS-TOCHTER TENDIERT DOCH ZU FRANKFURTER BÖRSENGANG

Wenn Siemens im nächsten Jahre sein Tochterunternehmen Healthineers an die Börse bringt, könnte es einer der größten Börsengänge in Deutschland seit etwa 20 Jahren werden. Medienberichten zufolge tendiert der deutsche Industrieriese nun doch zu einem Börsengang seiner Medizintechniktochter am Heimatmarkt und nicht wie zuvor spekuliert an der New Yorker Börse. Ein finaler Beschluss für den Verkauf der Anteile steht aber noch aus.

Für die Deutsche Börse könnte Healthineers der größte Börsengang seit der Emission der Deutschen Telekom vor 20 Jahren werden. Analysten veranschlagen den Wert der Sparte auf bis zu 40 Milliarden Euro – davon sollen Finanzkreisen zufolge zu Beginn jedoch nur 15 bis 20% der Anteile an die Börse gebracht werden (zirka 6 – 10 Milliarden Euro). Geplant ist der Börsengang für das erste Halbjahr 2018.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

OECD SIEHT WELTWEIT STEIGENDES KONJUNKTURWACHSTUM

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gab am Dienstag die neuesten Zahlen für das globale Bruttoinlandsprodukt bekannt. Während im heurigen Jahr das weltweite Konjunkturwachstum um 3,6% zulegen wird, soll das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 um 3,7% und 2019 erneut um 3,6% wachsen.

OECD-Chefökonomin Catherine Mann erkennt zwar einen positiven Trend im globalen Wirtschaftswachstum. Trotzdem bleibe die Konjunkturaufhellung noch deutlich hinter den vergangenen Aufschwungsphasen zurück. Vor allem Gelder für Investitionen, die Produktivität und die Lohnentwicklung würden noch sehr unter den Nachwehen der Finanzkrise leiden.

Während die Euro-Zone im heurigen Jahr mit 2,4% die weltgrößte Volkswirtschaft mit 2,2% Plus überholen wird, soll sich das Bild ab dem nächsten Jahr wieder drehen und die USA mit einem Plus von 2,5% die Nase leicht voran haben. Catherine Mann sieht in beiden Volkswirtschaften aber noch genügend politische Unsicherheiten, die weiter zunehmen können. Während die Euro-Zone auf den Ausgang der Brexit-Verhandlungen wartet, bleibt der Umfang, die Struktur und der Zeitrahmen für die von Präsident Donald Trump geplante Steuerreform weiterhin ungewiss.

STUTTGART 21 WIRD UM MEHR ALS EINE MILLIARDE EURO TEURER

Nach den Problemen beim neuen Hauptflughafen Berlin-Brandenburg kommt es bei einer weiteren deutschen Großbaustelle zu Budget-Überschreitungen: Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll um gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant.

Nun rechnet die Deutsche Bahn mit einem Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Bisher waren 6,5 Milliarden Euro veranschlagt. Außerdem verzögert sich die Fertigstellung des Projekts vom Jahr 2023 auf Ende 2024, worüber zuvor die Zeitung „Bild am Sonntag“ berichtet hatte.

Der neue Zeit- und Kostenplan soll nach dpa-Informationen in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Jänner beschlossen werden. Begründet wurden die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung in den Aufsichtsratskreisen unter anderem mit gestiegenen Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und den restriktiven Regeln beim Artenschutz.

Bei der Umsetzung des viel diskutierten Projekts soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein Tiefbahnhof werden. Während der Grundstein für den Neubau im September 2016 gelegt wurde, wird am Bahnhof seit Februar 2010 gebaut. Zuvor hatte der deutsche Bundesrechnungshof etwa bis zu neun Milliarden Euro Kosten vorausgesagt. Das Projekt hatte im Jahr 2010 für große Proteste gesorgt, zehntausende Menschen waren dagegen auf die Straße gegangen. Schließlich hatte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler dann in dem Konflikt als Schlichter vermittelt.

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