In der EZB mehren sich die Stimmen für das Ende der Anleihekäufe

01.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Konjunkturboom drückt Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf tiefsten Stand seit 2009

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im Oktober aufgrund der guten wirtschaftlichen Konjunktur weiter zurückgegangen. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte, ging die Arbeitslosenquote von 8,9% aus dem Vormonat auf 8,8% zurück. Damit erreichte die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Wert seit dem Januar 2009. Von den Analysten wurde eine stabile Quote bei 8,9% erwartet. Auch für die gesamten EU-28 weist der Bericht einen Rückgang von 7,5% auf 7,4% aus.

EUROPA

Stimmung in Chinas Klein-und Privatbetrieben zeigt sich etwas verhalten im November

Die Stimmung in den kleinen und privaten Industriebetrieben in China hat sich im November etwas eingetrübt. Der vom Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berechnete Stimmungsindex ist für den November von 51,0 Punkten auf 50,8 Zähler leicht zurückgegangen. Von den Volkswirten wurde nur ein Rückgang auf 50,9 Punkte erwartet. Damit liegt der Stimmungsindex nur mehr knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

AMERIKA

Kauflaune der US-Konsumenten steigt dank höherer Einkommen

Angesichts gestiegener Einkommen ist die Konsumlaune der amerikanischen Verbraucher im Oktober angestiegen. Die persönlichen Ausgaben legten gegenüber dem Vormonat um 0,3% zu, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Schätzungen der Ökonomen lagen nur bei einem Plus von 0,2%.

Bei den Einkommen weist der Bericht einen Anstieg um 0,4% zum Vormonat aus. Auch hier lagen die Schätzungen der Experten mit einem Plus von 0,3% etwas darunter. Das Einkommensplus von 0,4% aus dem Vormonat wurde bestätigt.

UNTERNEHMENS-NEWS

ERNEUT GROSSAUFTRAG FÜR SIEMENS-GAMESA

Das Tochterunternehmen des deutschen Industrieriesen liefert 113 Turbinen zu drei Offshore-Windparks in die Nord- und Ostsee. Diese werden vom schwedischen Energieunternehmen Vattenfall betrieben. In Summe investieren die Schweden 1,7 Milliarden Euro in die Projekte. Wie viel davon Siemens-Gamesa zufließt, wurde nicht offen gelegt.

Siemens-Gamesa schwächelte zuletzt und gab überraschenderweise eine Gewinnwarnung heraus. Als Gründe wurden hohe außerplanmäßige Abschreibungen der Lagerbestände genannt. Da kommen solche Großaufträge gerade richtig.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

IN DER EZB MEHREN SICH DIE STIMMEN FÜR DAS ENDE DER ANLEIHEKÄUFE

Neben dem deutschen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann sprach sich am Mittwochabend auch der niederländische Notenbankchef Klass Knot für die Beendigung der Staatsanleihenkäufe aus. Das niederländische EZB-Mitglied ist der Meinung, dass die aktuellen Inflationsdaten kein Risiko für eine gefährliche Abwärtsspirale zeigen. Dadurch sei auch die Preisstabilität in der Euro-Zone nicht mehr in Gefahr. Auch Estlands Notenbank-Chef Ardo Hansson und der französische EZB-Direktor Benoit Coeure argumentierten in die gleiche Richtung.

Während sich die Europäische Zentralbank in der letzten Oktobersitzung für die Halbierung der Anleihekäufe ab Januar auf 30 Milliarden Euro pro Jahr verständigte, wurde kein klares Enddatum der Käufe genannt. Klaas Knot sprach sich nun für das Auslaufen des Anleihekaufprogrammes bereits ab September 2018 aus. Auch Jens Weidmann appellierte an seine Kollegen im EZB Rat, dass sich mit zunehmender Dauer der Transaktionen, die Grenze zwischen Geldpolitik und Finanzpolitik immer mehr verwische.

G20-STAHLGIPFEL BRACHTE EINIGKEIT, JEDOCH KEINEN DURCHBRUCH

Laut der deutschen Wirtschaftsministerin Zypries waren sich die beteiligten Länder des G20-Stahlgipfels einig, dass es zu einem globalen Abbau von sowohl Überkapazitäten wie auch wettbewerbsverzerrenden Subventionen im Stahlgeschäft kommen müsse.

Einen konkreten Plan zum Abbau dieser Hindernisse gäbe es aber aktuell noch nicht. Kritik gibt es vor allem auch deshalb am Treffen, da die grundlegenden Probleme nicht fokussiert wurden. Dadurch werden die Vereinigten Staaten weiterhin mit Strafzöllen agieren, wenn sie dies für angemessen halten.

Der weltweit größte Stahlproduzent scheint aber grundsätzlich zum Abbau von Produktionskapazitäten bereit zu sein. Das gab der chinesische Vizeminister Li Chenggang bekannt.

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