OPEC dehnt Ölfördergrenze bis Ende 2018 aus - Novartis: Kooperation mit Amazon?

04.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wachstum der Industriebetriebe in der Eurozone hält weiter an

Die Geschäfte der Industrie im Euroraum laufen auch im November weiter auf Hochtouren. Das geht aus einem Bericht des IHS-Markit-Institutes vom Freitag hervor. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg auf einen Wert von 60,1 Punkten. Damit liegt der Index nun seit mehr als vier Jahren über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sieht die Unternehmen auch für das nächste Jahr weiter auf Expansionskurs. Verantwortlich dafür seien starke Zuwächse bei der Produktion und den Neuaufträgen. Die Beschäftigungsrate sowie die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen deuten auf eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwunges hin.

AMERIKA

US-Bauausgaben ziehen dank öffentlicher Hand deutlich an

Die Bauausgaben in den USA sind im Oktober deutlicher als erwartet angestiegen. Verantwortlich dafür war hauptsächlich die erhöhte Bautätigkeit der öffentlichen Hand. Die Bauausgaben sind im Vergleich zum Vormonat um 1,2% auf 1,24 Billionen Dollar angestiegen. Das geht aus einem Bericht des Handelsministeriums vom Freitag hervor. Die Schätzungen der Volkswirte lagen lediglich bei einem Anstieg um 0,5%.

Die Ausgaben für öffentliche Bauvorhaben wuchsen mit 3,9% besonders kräftig. Von privater Hand wurde im Oktober für Bautätigkeiten um 0,6% mehr ausgegeben als im Monat zuvor.

ASIEN

Inflation in Japan geht wieder zurück

Trotz der geldpolitischen Maßnahmen der japanischen Notenbank hat sich die Inflationsrate wieder abgeschwächt. Auf Jahressicht lag das Preisniveau im Oktober um 0,2% höher als im Vorjahr. Im September lag dieser Wert noch bei 0,7%. Ohne Lebensmittel lagen die Verbraucherpreise allerdings im Jahresvergleich um 0,8% höher.

Die angestrebte Inflationsrate der Bank of Japan von etwa 2,0% liegt damit weiter außer Reichweite, damit dürften die japanischen Währungshüter auch weiterhin nichts an ihrer lockeren Geldpolitik ändern.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS: KOOPERATION MIT AMAZON?

Der Schweizer Pharmariese beziehungsweise die Generika-Tochter Sandoz dürfte sich in Gesprächen mit dem Onlinehändler befinden. Das geht aus Medienberichten hervor. Diesen zufolge soll es dabei um den Vertrieb von Medikamenten gehen. In Deutschland sind bereits seit einiger Zeit Präparate der Novartis-Tochter über Amazon erhältlich. Das soll nun weiter ausgebaut werden. Den Schweizern käme dieser Schritt gelegen. Zuletzt ging der Umsatz in der Generikasparte zurück.

SIEMENS: KEINE ALTERNATIVE ZUM STELLENABBAU

Gerhard Cromme, Chef des Aufsichtsrats des deutschen Industrieriesens, verteidigte den geplanten Stellenabbau in einem Interview mit dem Handelsblatt. Man sei es dem Konzern schuldig, so Cromme. Die Probleme im Kraftwerksgeschäft seien nachhaltig. Man habe hier nicht mit einem Nachfragerückgang aufgrund einer zyklischen Abschwächung zu kämpfen, sondern mit einer strukturellen Veränderung des Marktes.

Siemens kündigte an, weltweit rund 7000 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Mehr als die Hälfte davon sollen allein in Deutschland wegfallen. Auch ganze Werksschließungen stehen im Raum.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

OPEC DEHNT ÖLFÖRDERGRENZE BIS ENDE 2018 AUS

Bei ihrem Treffen Ende letzter Woche in Wien haben die OPEC-Staaten beschlossen, dass sie die Drosselung der Ölfördermenge bis Ende nächsten Jahres aufrechterhalten wollen. Von Marktseite war zwar eine Verlängerung des Programms zur Drosselung erwartet worden, jedoch nur für einen Zeitraum von neun Monaten. Ohne die Verlängerung wäre das Abkommen zur Drosselung im März ausgelaufen.

Zur gleichen Zeit kamen jedoch auch Meldungen einiger Vertreter der OPEC, dass diese im Falle einer Überhitzung des Energiemarktes auch früher austreten könnten. Die OPEC-Länder haben in diesem Zuge auch mit Russland beraten, dass der OPEC nicht angehört. Die Regierung in Russland möchte ein zu schnelles Ansteigen der Preise verhindern, denn dies würde das Fracking in den USA begünstigen.

Für Juni kommenden Jahres ist die nächste OPEC-Sitzung anberaumt. Dann wird die Lage neu beurteilt werden. Der saudi-arabische Energieminister gab dazu zu Wort, dass ein mögliches Ende der Ölfördergrenze sicher schrittweise erfolgen wird, um den Markt vorzubereiten.

Aktuell liegt die Drosselung der Ölfördermenge bei rund 1,8 Millionen Barrel. Zum Vergleich: Die internationale Energieagentur schätzt, dass letztes Jahr in etwa 94 Millionen Barrel weltweit gefördert wurden. Durch den Einsatz der Ölförderbremse konnten die globalen Öllagerbestände halbiert werden. Trotzdem liegen sie aber noch über dem mehrjährigem Durchschnitt.

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