Brexit-Verhandlungen treten in entscheidende Phase ein

05.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone gibt im Dezember etwas nach

Nachdem  der Konjunkturindex mehrere Monate von einem Hoch zum nächsten geeilt war, hat er nun im Dezember etwas nachgegeben. Der nach einer Umfrage unter privaten und institutionellen Anlegern berechnete Index ist von 34,0 Zählern auf 31,1 Punkte zurückgefallen. Verantwortlich für den Rückgang dürften die zukünftigen Erwartungen sein, sie gaben um 6,0 Punkte deutlich nach.

Die Lagebeurteilung konnte hingegen sogar noch leicht um 0,7 Punkte zulegen. Aus Sicht der befragten Investoren läuft es in der Eurozone demnach exzellent, anstehende Probleme, wie beispielsweise die Regierungsbildung in Deutschland schiebt die Wirtschaft derzeit noch zur Seite.

AMERIKA

Leichter Rückgang bei den Werksaufträgen in den USA im Oktober

Die Aufträge in der US-Industrie haben im Oktober in den USA etwas nachgegeben. Im Vergleich zum Vormonat haben die Unternehmen um 0,1% weniger Aufträge an Land gezogen. Von den Experten wurde allerdings mit einem deutlicheren Rückgang um 0,4% gerechnet. Für den Vormonat September weist der Bericht des US-Handelsministeriums einen deutlichen Zuwachs der Aufträge um 1,7% aus. Ohne Berücksichtigung der Transportgüter stiegen die Aufträge im Oktober um 0,8% an.

ASIEN

Chinas Industrie gewinnt wieder an Fahrt

Die Geschäftstätigkeit in der Industrie und auf dem Dienstleistungssektor hat sich im November wieder verstärkt. Der vom Wirtschaftsmagazin „Caixin“ veröffentlichte Sammelindex für Industrie und Dienstleister ist von 51,0 Punkten aus dem Vormonat auf 51,9 Zähler deutlich angestiegen. Dieser Einkaufsmanagerindex deckt vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen für kleinere und mittlere Betriebe ab.

Das Neugeschäft hat sich weiter ausgeweitet und der Aufschwung auf dem Dienstleistungssektor gleicht den Stellenabbau in den Industriebetrieben weitgehend aus. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Wachstumstempo vom Viermonatstief im Oktober erholt, blieb aber insgesamt moderat.

UNTERNEHMENS-NEWS

RIO TINTO SETZT WEITER AUFS SPAREN

Der Bergbauriese wird 2017 weniger investieren als angenommen. Statt der geplanten 5 Milliarden US-Dollar sind es nun nicht mal 4,5 Milliarden. Hauptaugenmerk liegt bei Rio Tinto auf einer Steigerung der Produktivität. Damit soll der Free-Cashflow weiter ansteigen und in weiterer Folge sind höhere Ausschüttungen an die Aktionäre geplant.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden bereits 6,3 Milliarden ausgeschüttet. Auch ein milliardenschwerer Aktienrückkauf ist geplant. In den kommenden Jahren wird das Investitionsvolumen wieder ansteigen. 2018 sind 5,5 Milliarden US-Dollar geplant und 2019 und 2020 6 Milliarden.

Neues gibt es bei Rio Tinto auch in der Führungsebene. Simon Thompson wurde als neuer Verwaltungsratschef präsentiert. Der 58-jährige ist bereits seit 2014 dort vertreten und war zuvor Vorstand beim Konkurrenten Anglo American.

CVS ÜBERNIMMT KRANKENVERSICHERER AETNA

Die US-amerikanische Drogeriekette steigt nun auch ins Versicherungsgeschäft ein und übernimmt den Krankenversicherer Aetna. 67,5 Milliarden US-Dollar ist das CVS wert. Das entspricht 207 US-Dollar pro Anteilsschein. Wobei 145 Dollar in Cash und der Rest in Aktien bezahlt werden.

CVS will sich durch den Zukauf breiter aufstellen und zusätzlich zum traditionellen Angebot verstärkt medizinische Dienstleistungen anbieten. Man will zukünftig auf so genannte One-Stop-Shops setzen. Das sind Läden, in den man sowohl die medizinische Beratung wie auch die Medikamente bekommt.

Die traditionellen Marktteilnehmer sind zuletzt unter Druck geraten, nachdem der Onlinehändler Amazon ins Geschäft drängt. Bereits seit Wochen mehren sich diesbezüglich Spekulationen. Zuletzt gab es die Meldung, das Amazon bereits in 12 US-Bundesstaaten eine Apothekenlizenz erhalten habe.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BREXIT-VERHANDLUNGEN TRETEN IN ENTSCHEIDENDE PHASE EIN

Am Montag trafen sich die britische Premierministerin Theresa May, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk in Brüssel zu gemeinsamen Brexit-Gesprächen. Die britischen Unterhändler machten bereits Ende letzter Woche Zugeständnisse bei den finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens gegenüber der EU. Montagvormittag gab man sich noch optimistisch, dass beide Verhandlungsteams auch knapp vor einer Einigung bei den Rechten der EU-Bürger in Großbritannien und dem zukünftigen Umgang mit der nordirischen Grenze stehen.

Der Sprecher Theresa Mays bestätigte zu diesem Zeitpunkt noch substanzielle Fortschritte bei allen strittigen Fragen, räumte aber auch ein, dass es noch einige offene Fragen gäbe. Auch der irische Außenminister Simon Coveney zeigte sich bei seinem Interview mit dem Rundfunksender RTE zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung bei der Grenzfrage kommen wird.

Doch je länger die Gespräche andauerten, desto klarer wurde es, dass beide Verhandlungsteams zu konträre Standpunkte bei der EU-Außengrenze und den britischen Finanzzahlungen hatten. Woraufhin die weiteren Verhandlungen auf heute verschoben wurden. Daraufhin verlautbarte Donald Tusk nur kurz, dass die EU keine Verhandlungen zum Handelsabkommen führen werde, solange die Rahmenbedingungen des Brexits noch nicht geklärt seien.

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