EU-Finanzminister stellen 17 Staaten auf „Schwarze Liste“ für Steueroasen

06.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wachstum in der Eurozone deutet auf starken Jahresabschluss hin

Die wirtschaftliche Aktivität der Sektoren Gewerbe und Dienstleistungen in der Eurozone hat im November wieder deutlich zugelegt und weist auf einen guten Jahresausklang hin. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex des IHS-Markit Institutes für Industrie und Dienstleister zusammen kletterte im November auf 57,5 Zähler. Das bedeutet den stärksten Wert seit mehr als sechs Jahren.

In allen Ländern des Euroraums zeigen die Umfragen, angeführt von Deutschland und Frankreich, eine deutliche Wachstumsbelebung. Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson erwartet für das letzte Quartal ein Plus des  Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Euro-Zone von 0,8%. Die optimistischen Geschäftsaussichten und die gut gefüllten Auftragsbücher lassen einen guten Start ins neue Jahr erwarten.

AMERIKA

US-Handelsbilanzdefizit weitet sich im Oktober aus

Das Defizit in der Handelsbilanz der USA ist im Oktober angestiegen. Der Passivsaldo belief sich auf 48,73 Milliarden Euro und lag damit höher als von den Experten erwartet. Diese hatten nur mit einem Fehlbetrag von 47,40 Milliarden Euro gerechnet. Als Grund wurden stagnierende Exporte und gestiegene Importe angeführt. Der US-Präsident sieht es als eine seiner vordringlichsten Aufgaben, das Defizit in der Handelsbilanz radikal zu senken. Dazu möchte er besonders das Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada neu verhandeln.

ASIEN

Australische Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 0,6%

Wie das Australian Bureau of Statistics (ABS) am Mittwoch berichtete, konnte im dritten Quartal das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,6% gesteigert werden. Dieser Wert lag nur wenig unter den Erwartungen der Analysten von 0,7%. Verstärkte Aktivitäten sowohl bei den Investitionen privater Unternehmen als auch bei der öffentlichen Infrastruktur haben zu einem breiten Wachstum in allen Branchen beigetragen, meinte dazu der Chefökonom der ABS, Bruce Hockman. Der Beitrag der Exportwirtschaft zum Wachstum blieb dabei trotz höherer Bergbauproduktion und Ausfuhren von Kohle und Eisenerz unverändert.

UNTERNEHMENS-NEWS

HEDGEFONDS STEIGT BEI E.ON-TOCHTER EIN

Paul E. Singer hält mit seinem Hedgefonds Elliott Management nun 5,32% an Uniper. Das gab der Konzern gestern im Rahmen einer verpflichtenden Mitteilung bekannt. Die E.On-Tochter befindet sich derzeit mitten im Kampf gegen einen Übernahme des finnischen Konkurrenten Fortum. Wie bereits berichtet, fürchten die Deutschen eine Zerschlagung des Unternehmens und sprechen sich deshalb gegen eine Übernahme aus. Zuletzt wurden von Fortrum 22 Euro je Anteilsschein geboten.

Elliott ist dafür bekannt, sich in solchen Übernahmen zu engagieren. Zuletzt ist man etwa auch beim deutschen Anlagenbauer Gea eingestiegen und auch im Übernahmekampf der Stada hat der Investor ordentlich mitgemischt. Über die Motive zum Einstieg bei Uniper hat man sich jedoch noch nicht geäußert. Auch die anderen beteiligten Unternehmen gaben vorerst noch keine Stellungnahme ab. Der Aktie reagierte jedenfalls positiv und ging mit einem deutlichen Plus aus dem gestrigen Handel.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU-FINANZMINISTER STELLEN 17 STAATEN AUF „SCHWARZE LISTE“ FÜR STEUEROASEN

Die EU-Finanzminister haben sich am Dienstag auf eine Liste von insgesamt 17 Staaten geeinigt, die aus Sicht der EU die internationale Steuerflucht begünstigen beziehungsweise diese nicht effektiv genug bekämpfen. Auf dieser „Schwarzen Liste“ befinden sich Amerikanisch-Samoa, Bahrain, Barbados, Grenada, Guam, Südkorea, Macao, Marshallinseln, Mongolei, Namibia, Palau, Panama, St. Lucia, Samoa, Trinidad und Tobago, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire bezeichnete diese Länder als Steueroasen, die nach der Überprüfung von 92 Gebieten übrig blieben und die Erfüllung europäischer Transparenzstandards nicht erfüllen können. Die geringe Zahl von lediglich 17 verbleibenden Staaten auf der Schwarzen Liste dürfte aber auch den zahlreichen Verhandlungen und Diskussionen geschuldet sein, in denen vor allem EU-Länder gegen die Aufnahme von weiteren Steueroasen votierten.

Großbritannien wehrte sich gegen die Aufnahme von Jersey und den Jungferninseln und stellte bessere Zusammenarbeit in Aussicht. Die Türkei und 47 weitere Staaten wurden auf die so genannte „Graue Liste“ gesetzt, da diese mehr Steuertransparenz und einen möglichen Datenaustausch mit der EU zusicherten. Die Kommissionsmitglieder sind der Auffassung, alleine durch die namentliche Nennung der Länder, diese zur stärkeren Zusammenarbeit mit den EU-Behörden zu bewegen.

SPANIEN ZIEHT EU-HAFTBEFEHL FÜR PUIGDEMONT ZURÜCK

Wie das oberste spanische Gericht gestern in Madrid mitteilte, hat man den europäischen Haftbefehl sowohl gegen den ehemaligen katalanischen Präsidenten Puidgemont wie auch gegen die vier Ex-Minister fallen gelassen. Diese waren nach Belgien geflüchtet. Der Haftbefehl auf nationaler Ebene soll aber aufrecht bleiben.

Als Begründung hieß es von Seiten des zuständigen Richters, dass der Fall nicht in die Zuständigkeit mehrerer Gerichte fallen dürfte. Außerdem wird die Rückkehr Puigdemonts und seiner Minister für die Wahl am 21. Dezember erwartet. Gestern noch hatte es in Belgien einer Anhörung Puigdemonts und seiner Ex-Minister vor einem belgischen Gericht im Hinblick auf eine mögliche Auslieferung nach Spanien gegeben. Die Entscheidung des obersten Gerichts in Spanien kam damit überraschend.

Die Wahlkampagnen für die Regionalwahlen in Katalonien sind ebenfalls bereits gestern gestartet und auch Puigdemont hatte bereits per Video zu seiner Wählerschaft gesprochen. Von den Regionalwahlen erhofft sich die Zentralregierung in Madrid, dass sich die Lage in Katalonien wieder normalisiert.

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