EU stellt Pläne zum Umbau der Währungsunion vor

07.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrie steigert Auftragsvolumen erneut im Oktober

Die deutschen Industriebetriebe haben im Oktober entgegen den Erwartungen mehr Aufträge an Land gezogen. Wie aus dem Bericht des statistischen Bundesamtes hervorgeht, lag das Orderniveau um 0,5% höher als im September. Die Erwartungen der Volkswirte lagen dagegen bei einem Rückgang der Orders um 0,3%.

Zudem wurde der Wert des Vormonates von 1,0% auf 1,2% nach oben berichtigt. Sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland gab es im Oktober insgesamt mehr neue Aufträge. Die rege Bestelltätigkeit hält nun schon den dritten Monat in Folge an. Zusammen mit dem gestiegenen Geschäftsklima deutet die Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe weiter auf ein kräftiges Wachstum hin.

AMERIKA

US-Privatwirtschaft stockt ihre Personalbestände weiter auf

Die privaten Unternehmen haben im November mehr Personal als erwartet eingestellt. Der Bericht des privaten Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP hat gezeigt, dass gegenüber dem Vormonat um 190.000 neue Stellen geschaffen wurden. Die Schätzungen der Experten lagen bei einem Plus von 175.000 neuen Jobs.

Der ADP-Bericht stützt sich auf etwas über 400.000 US-Unternehmen mit rund 23 Millionen Beschäftigten und gilt als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag vorgelegt wird. Der ADP-Bericht umfasst nur die Beschäftigung in den Privatbetrieben, während der offizielle Arbeitsmarktbericht auch die Beschäftigten im Staatsdienst beinhaltet.

ASIEN

Japanischer Leitindex bleibt im Bereich der Erwartungen

Der führende Wirtschaftsindex, der vom japanischen Kabinettsbüro veröffentlicht wird, ist im Oktober bei 106,1 Punkten gelegen. Das wurde von den Analysten auch so erwartet. Der Wert des Vormonates wurde mit 106,4 Zählern angegeben.

Der Leitindex ist ein Konjunkturindikator, der aus 12 Indizes wie beispielsweise Kontobestandskennzahlen, Maschinenaufträgen, Aktienkursen und anderen Wirtschaftsindikatoren besteht. Er zeigt die Wertentwicklung der japanischen Wirtschaft auf kurz- und mittelfristige Sicht.

UNTERNEHMENS-NEWS

NESTLÉ ÜBERNIMMT VITAMINHERSTELLER

Der Schweizer Nahrungsmittelriese verstärkt sein Engagement im Geschäft mit Gesundheitsprodukten und übernimmt Atrium Innovations. Das kanadische Unternehmen ist Marktführer bei natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 700 Millionen US-Dollar. Berichten zufolge dürfte Nestlé 2,3 Milliarden US-Dollar dafür auf den Tisch legen.

Dieser Zukauf spiegelt bereits den Strategiewandel bei den Schweizern wider. CEO Mark Schneider setzt verstärkt auf das Gesundheitsgeschäft. Von weniger lukrativen Geschäftsteilen, wie beispielsweise dem US-Süßwarengeschäft, will man sich trennen.

GE SETZT DEN SPARSTIFT AN

Der US-amerikanische Industrieriese will den zuletzt schwächelnden Geschäften mit Kosteneinsparungen begegnen. Medienberichten zufolge will General Electric (GE) etwa 4.500 Stellen in Europa streichen. Vor allem die Schweiz, Deutschland und Großbritannien dürften davon betroffen sein.

Das Unternehmen äußerte sich dazu nur vage. Man erklärte, dass man das Geschäft einer Prüfung unterziehe, um auf die aktuellen Gegebenheiten reagieren zu können und um langfristig erfolgreich zu sein.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU STELLT PLÄNE ZUM UMBAU DER WÄHRUNGSUNION VOR

Die EU-Kommission präsentierte am Mittwoch Vorschläge zur weitreichenden Umgestaltung der derzeitigen Währungsunion. Darunter befinden sich die Umwandlungen des Euro-Rettungsfonds ESM in einen gesamteuropäischen Währungsfonds und die Schaffung des Postens eines EU-Finanzministers. Derzeit üben lediglich die Mitgliedsländer die Kontrolle über den ESM-Rettungsfonds aus. Zukünftig soll es auch möglich sein, dass der gesamteuropäische Finanzminister selbstständig im Rahmen des Fonds über mögliche Zahlungen an finanzschwache Mitgliedsländer entscheidet.

Die Kontrolle dieser neuen Einrichtung soll danach vom Europaparlament übernommen werden. Neben dem ehemaligen deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble macht sich vor allem der französische Staatspräsident Emmanuel Macron für den Euro-Währungsfonds stark. Die neuen Pläne sollen laut Kommission im nächsten Jahr verhandelt und möglicherweise bereits Mitte 2019 verwirklicht werden.

Doch ob dieser Umbau wirklich zustande kommt, ist derzeit mehr als fraglich. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber warnte die EU-Kommission bereits eindringlich davor, die Maastricht-Kriterien aufzuweichen. Die Europäische Volkspartei werde keiner Solidarität ohne Eigenverantwortung der Mitgliedsländer zustimmen.

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