Italien löst Parlament auf - Siemens baut Hybrid-Flugzeug

29.12.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

EZB sieht weiter solides Wachstum in der Eurozone

Die Wirtschaft in der Eurozone befindet sich weiter auf einem soliden Wachstumskurs. Das geht aus dem Wirtschaftsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag hervor. Der Aufschwung zeige sich breit und solide über die einzelnen Mitgliedsstaaten und die verschiedenen Wirtschaftssektoren angelegt. Einhergehend mit dem Aufschwung erwarten die Notenbanker auch eine stärkere Preisentwicklung, bedingt durch eine höhere Auslastung und steigende Löhne.

Die Inflation hat sich aber trotz sehr expansiver Geldpolitik der EZB in den letzten Monaten nur sehr moderat entwickelt. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise im November um 1,5% angestiegen. Von den Währungshütern der EZB wird eine stabile Teuerungsrate von etwa 2,0% angestrebt.

AMERIKA

Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung bleiben unverändert

Die Anträge auf eine Arbeitslosenunterstützung in den USA haben sich in der letzten Woche nicht verändert. Es wurden in der Woche zum 23. Dezember 245.000 Neuanträge gestellt, das war die gleiche Anzahl wie in der Woche zuvor. Das geht aus einem Bericht des US-Arbeitsministeriums vom Donnerstag hervor. Die Schätzungen der Experten lagen bei einem Rückgang auf  240.000 Anträge.

Der etwas aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt legte gegenüber der Vorwoche um 1.750 auf 237.750 neue Anträge zu. In der Woche zum 16.Dezember erhielten insgesamt 1,943 Millionen Menschen in den USA eine Arbeitslosenunterstützung.

ASIEN

Australiens Verbraucher leihen sich wieder mehr Geld

Die Verbraucher und privaten Unternehmen haben sich im November wieder mehr Geld von den Banken ausgeliehen als erwartet. Die Kreditvergabe an den privaten Sektor ist im Vergleich zum Vormonat um 0,5% angestiegen. Die Erwartungen der Analysten lagen nur bei einem Anstieg der Kredite um 0,4%. Höhere Kreditvergaben sind ein Hinweis darauf, dass sich der Privatsektor wieder mehr leisten kann und damit einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum ausüben kann.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS BAUT HYBRID-FLUGZEUG

Der deutsche Industrieriese tut sich einem Bericht des britischen Guardians mit Airbus und Rolls-Royce zusammen und entwickelt ein Flugzeug mit Hybridantrieb. Von Siemens kommen die Elektromotoren und die Bordelektronik.

Elektroantriebe kommen bislang in der Luftfahrt nur sehr wenig zum Einsatz und auch die Entwicklung dieser steckt noch in den Kinderschuhen, aber auf kurzen Strecken und in kleinen Flugzeugen kommen sie bereits zum Einsatz.

In diesem Fall erfolgt der Antrieb sowohl mit kerosinbetriebenen Turbinen wie auch mit Elektromotor. Zu diesem Zweck soll das Flugzeug mit bis zu zwei Tonnen schweren Akku-Packs ausgestattet werden. Auch ein Generator ist angedacht, der aus der herkömmlichen Treibstoffverbrennung zusätzliche Energie gewinnt. Der von den drei Unternehmen entwickelte Jet E-Fan X soll planmäßig Platz für hundert Passagiere bieten und 2020 erstmals abheben. Man erwartet sich von dieser Entwicklung deutlich geringere Treibstoffkosten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ITALIEN LÖST PARLAMENT AUF

Italien wird am 4. März sein neues Parlament wählen. Bis zum Antritt des neuen Kabinetts wird die Regierung um Premier Paolo Gentiloni im Amt bleiben. Gestern Donnerstag hatte Präsident Sergio Mattarella die beiden Parlamentskammern erwartungsgemäß aufgelöst.

Gentiloni zog bei seiner Pressekonferenz zum Jahresende eine positive Bilanz seiner Legislaturperiode. „Italien ist nicht mehr Europas Schlusslicht, auch wenn wir gegenüber anderen EU-Ländern noch hinterherhinken. Die Kluft gegenüber anderen Ländern hat sich beim Wirtschaftswachstum halbiert“, so Gentiloni. Die umstrittene Bankenrettung, in die entgegen den neuen EU-Regeln wieder vorrangig Steuergelder flossen, verteidigte er: „Wir haben die Ersparnisse der Italiener gerettet“. Der italienische Bankensektor sei solide und die faulen Kredite, die die Geldhäuser belasten, würden weniger.

Doch der Abbau der toxischen Positionen geht nur schleppend und belastet die Kreditvergabe in Italien, die im Europavergleich weiterhin eine der niedrigsten ist. In aktuellen Umfragen liegt derzeit die Fünf-Sterne-Bewegung vor den regierenden Demokraten. Und auch der Altpremier Silvio Berlusconi ist mit seiner Mitte-Rechts-Koalition im Rennen um das italienische Parlament.  

DEUTSCHE BESCHÄFTIGUNG ENTWICKELT SICH REKORDVERDÄCHTIG

Deutsche Arbeitsagenturen gehen für das kommende Jahr von einem anhaltenden Jobwachstum aus. „Die Beschäftigungsentwicklung im Jahr 2018 wird rekordverdächtig“, meinte der Experte des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber, am Donnerstag. „Im Moment geht es fast überall aufwärts, in der Binnenkonjunktur und der Weltwirtschaft, bei den Dienstleistungen und in der Industrie.“

Die Einschätzung des Instituts der Bundesagentur für Arbeit stützt sich auf seine monatliche Umfrage unter den lokalen Arbeitsagenturen. Das daraus ermittelte Barometer kletterte im Dezember um 0,1 auf 104,9 Punkte. Somit werde der Abbau der Arbeitslosigkeit nach Einschätzung der Arbeitsagenturen laut Weber im kommenden Jahr fortgesetzt. Triebfeder dafür ist der nach wie vor steigende Bedarf an Fachkräften. Daher dürfe man trotz Brexit, Diesel-Krise und Air-Berlin-Pleite eine positive Entwicklung erwarten.

Den meisten Experten zufolge wird die vom Aufschwung getragene Aufwärtstendenz bei den Beschäftigten bis mindestens 2019 anhalten. Dann sollen nach Prognose des Münchner Ifo-Instituts 45,2 Millionen Frauen und Männer beschäftigt sein - so viele wie noch nie und 900.000 mehr als in diesem Jahr. Zugleich dürfte die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu 2017 um 300.000 zurückgehen und auf 2,2 Millionen sinken.

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