Aktuelles Niedrigzinsumfeld erspart Österreich Milliarden

12.01.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industriebetriebe im Euroraum erhöhen ihre Produktion deutlich

Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im November deutlich besser entwickelt als erwartet. Der Bericht des Statistikamtes Eurostat vom Donnerstag weist eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vormonat um 1,0% aus. Von den Analysten wurde lediglich ein Anstieg um 0,6% erwartet. Außerdem wurde der Wert für den Oktober nachträglich von 0,2% auf 0,4% nach oben berichtigt.

Besonders deutlich fiel der Produktionszuwachs bei den Investitionsgütern aus, hier wurde um 3,0% mehr hergestellt als im Monat zuvor. Auf Länderebene verzeichneten Deutschland (+3,6%) und Luxemburg (+3,4%) die stärksten Produktionszuwächse.

AMERIKA

Erzeugerpreise in den USA geben nach

Erstmals seit dem August 2016 haben die Herstellerpreise in den USA wieder nachgegeben. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, sind die Preise auf Erzeugerebene im Dezember um 0,1% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Von den Volkswirten wurde dagegen ein Preisanstieg um 0,2% erwartet.

Auch die Preise in der Kernrate, ohne die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel sanken um 0,1%. Damit zeigt sich die Teuerung trotz starker Konjunktur weiter nur sehr moderat. Veränderungen bei den Erzeugerpreisen werden in der Regel an die Konsumenten weitergegeben und bieten deshalb einen frühen Ausblick auf die Entwicklung der Inflation.

ASIEN

Chinas Ministerpräsident bestätigt höheres Wachstum für 2017

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für 2017 um 6,9% bestätigt. Damit wäre das Wachstum höher als im Jahr 2016. Damals gab es nur ein Plus von 6,7%. Die Erwartungen der Analysten liegen bei einer Steigerung des BIPs um 6,8%.

Die Exportnation China profitiert von der anziehenden globalen Konjunktur. Hauptgrund sei laut Li Keqiang aber die, dass die Regierung die Wirtschaft nicht mit Geld geflutet, sondern Reformen durchgesetzt und damit neue Wachstumsquellen erschlossen hat.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS MIT NEUER ONKOLOGIE-LEITUNG

Der Schweizer Pharmariese hat Elizabeth Barret zur neuen Chefin des Teilbereiches Onkologie ernannt. Sie folgt damit Bruno Strigini nach, der Ende des letzten Jahres aus persönlichen Gründen das Amt zurückgelegt hatte. Barret ist derzeit noch als Global President Oncology beim US-amerikanischen Konkurrenten Pfizer beschäftigt. Per 01. Februar wird sie jedoch bereits die Agenden des Onkologie-Bereichs bei Novartis übernehmen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

AKTUELLES NIEDRIGZINSUMFELD ERSPART ÖSTERREICH MILLIARDEN

Der Geschäftsführer der Österreichischen Bundesfinanzagentur, Markus Stix, sprach am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten über die Verschuldung und den Finanzierungsbedarf der Republik Österreich. Die Verschuldung des Bundes beläuft sich derzeit auf rund 211,2 Milliarden Euro und lag im letzten Jahr bei einer historisch niedrigen Verzinsung von 2,47%. Im Gegensatz dazu wurden im Jahr 2016 noch Zinsen von 2,68 Prozent bezahlt. Nimmt man jetzt den durchschnittlichen Zinssatz seit der Euroeinführung bis zur Finanzkrise im Jahr 2009, hat sich Österreich auf die gesamte Laufzeit gerechnet rund 60 Milliarden Euro erspart.

Markus Stix sieht den Finanzierungsbedarf für das heurige Jahr bei 27 bis 30 Milliarden Euro. Von diesem Betrag würden rund 20 Milliarden monatlich über die Begebung von langlaufenden Bundesanleihen aufgenommen. Der Rest der Gelder würde mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahre emittiert. Diese kurzen Laufzeiten sind derzeit noch am lukrativsten und bringen aufgrund des Niedrigzinsumfeldes sogar noch Negativzinsen in der Höhe von 0,165%.

Die attraktive Verzinsung wird sich laut Stix aber in den nächsten Monaten ändern. Die aktuelle Marktlage zeige, dass die Zinskurve nach oben geht und kleinere Volumina besser zu platzieren sind.

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