Norwegens Staatsfonds profitiert vom Boom an Aktienbörsen

28.02.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Expansive Geldpolitik der EZB treibt Kreditvergabe der Banken an

Die Kreditvergabe hat zu Beginn des Jahres dank der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zugelegt. Die Finanzinstitute reichten im Jänner um 3,4% mehr Darlehen an Firmen weiter als im Monat zuvor. Im Dezember lag das Plus bei den Kreditvergaben noch bei 3,1%. An die Privathaushalte wurden auf Jahressicht um 2,9% mehr Darlehen vergeben. Seit mehreren Jahren versuchen die Währungshüter der EZB, über den Ankauf von Staatsanleihen und einem Leitzins auf Rekordtief günstige Finanzierungsbedingungen zu schaffen und die zu niedrige Inflation anzutreiben.

AMERIKA

US-Industrie meldet weniger Auftragseingänge als erwartet

Wie das US-Handelsministerium am Dienstag berichtete, sind die Orders für langlebige Wirtschaftsgüter im Jänner mehr als erwartet zurückgegangen. Der Bericht weist einen Rückgang gegenüber dem Vormonat von 3,7% aus. Von den Ökonomen wurde nur mit einem Minus von 1,6% gerechnet. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für Unternehmensausgaben gelten, sanken um 0,2 %. Der Ordereingang außerhalb des Rüstungsbereiches fiel um 2,7% geringer als im Monat zuvor aus.

ASIEN

Stimmung in großen chinesischen Konzernen sinkt überraschend

In den großen und staatsnahen Industriebetrieben Chinas hat sich die Stimmung im Februar überraschend eingetrübt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) sank von 51,3 Punkten im Jänner auf 50,3 Zähler. Von den Experten wurde dagegen ein Indexstand von 51,1 Punkten erwartet. Trotzdem bleibt der Indikator weiter über der Wachstumsschwelle von 50,0 Zählern. Auch der Dienstleistungssektor fiel etwas zurück, hier ging der PMI um 0,9 Punkte auf 54,4 Zähler zurück. Der von staatlichen Stellen ermittelte Indikator deckt vor allem große und staatsnahe Unternehmen ab.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF STARTET GUT INS NEUE JAHR

Der deutsche Chemieriese geht davon aus, dass der operative Gewinn im laufenden Geschäftsjahr weiter zulegen wird. Dieser könnte sogar bis zu 10% betragen. BASF-Vorstandschef Kurt Bock sieht vor allem im Geschäft mit Spezialchemikalien eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr und auch der positive Trend im Bereich Öl und Gas sollte sich weiter fortsetzen.

BASF präsentierte bereits im Jänner vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Denen zufolge legte der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) um rund ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz zog ebenfalls um satte 12% auf 64,5 Milliarden Euro an. Damit wurden die Erwartungen der Analysten mehr als übertroffen.

SAP HAT GROSSES VOR

Der Walldorfer Softwarekonzern will seinen Börsenwert verdreifachen. So zumindest SAP-CEO Bill McDermott auf die Frage, wo er SAP in acht Jahren sehe. Derzeit steht man bei rund 105 Milliarden Euro. Gelingt das Unterfangen, stünde man 2026 bei über 300 Milliarden Euro.

Vor allem im Bereich Vertriebssoftware will man weiter zulegen. Den Markt für Kundenmanagementprogramme dominiert derzeit der US-amerikanische Konkurrent Salesforce. Dies will McDermott jedoch ändern. Zuletzt wurde mit dem Zukauf von dem US-amerikanischen Unternehmen Callidus bereits ein erster Schritt in diese Richtung gemacht. Weitere große Übernahmen sind jedoch vorerst nicht geplant.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

NORWEGENS STAATSFONDS PROFITIERT VOM BOOM AN AKTIENBÖRSEN

Der Höhenflug an den weltweiten Aktienbörsen bescherte Norwegens Staatsfonds im vergangenen Jahr ein erfreuliches Ergebnis: Die Rendite auf die Veranlagungen verdoppelte sich auf 13,7%, wie der Fonds am Dienstag mitteilte. Insbesondere die Firmeninvestitionen hätten sich bewährt, befand der Chef des Fonds, Ynge Slyngstad. Dabei stachen Apple, der chinesische Technologiekonzern Tencent und Microsoft hervor. Insgesamt war der Staatsfonds zuletzt an rund 9100 Firmen beteiligt und hielt 1,4% aller weltweit gehandelten Aktien.

Der Fonds investiert die Öleinnahmen Norwegens, um für die Zeit nach einem Versiegen der Ölreserven in der Nordsee vorzubeugen. Er ist mit einem Marktwert von einer Billion Dollar weltweit der größte. Neben Aktien investiert der 1998 aufgesetzte Fonds auch in Anleihen und Immobilien aus mehreren dutzend Staaten. Die norwegische Regierung zog 2017 umgerechnet rund sechs Milliarden Euro aus dem Fonds ab und somit weniger als 2016. Damals waren es gut zehn Milliarden Euro. Jährlich darf sie 3% des Fondswertes für den Staatshaushalt verwenden.

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