US-Strafzölle ziehen Gegenmaßnahmen der Handelspartner nach sich

05.03.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutscher Einzelhandel muss zum Jahresauftakt Umsatzrückgänge hinnehmen

Deutschlands Einzelhändler haben im Jänner weniger Geschäft gemacht. Das geht aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes vom Freitag hervor. Die Umsätze gingen gegenüber dem Vormonat um 0,7% zurück. Die Erwartungen der Experten lagen dagegen bei einem Umsatzplus von 0,9%.

Besser sieht der Vergleich mit dem Vorjahresmonat aus. Hier konnte im Einzelhandel ein Wachstumsplus von 3,7% erzielt werden. Besonders gut lief das Geschäft im Fachhandel für Lebensmittel mit plus 5,8%. Auch aus dem Internet- und Versandhandel wird ein überdurchschnittliches Wachstum von 4,5% gemeldet.

AMERIKA

Stimmung der US-Konsumenten hellt sich unerwartet stark auf

Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher hat sich im Februar deutlich verbessert. Der von der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung ist bei der monatlichen Umfrage auf 99,7 Punkte gestiegen. Der von den Analysten erwartete Wert lag bei 99,5 Zählern. Der Indexstand für den Vormonat lag bei 95,7 Punkten.

Beide Subindizes konnten deutlich zulegen, die Einschätzung der aktuellen Lage stieg auf 114,9 Punkte (Vormonat 110,5), der Index für die Erwartungen belief sich auf 90,0 Zähler (Vormonat 86,3). Die US-Konsumenten spielen eine wichtige Rolle für das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft, sie erwirtschaften etwa 70% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der USA.

ASIEN

Deutschlands Wirtschaftsexperten warnen vor Einkaufstour der Chinesen

Führende deutsche Ökonomen haben Bedenken gegen die chinesischen Investitionen in deutsche Unternehmen geäußert. Anfang der Woche wurde bekannt, dass der chinesische Milliardär Li Shufu sich am deutschen Autokonzern Daimler beteiligt hat und zum größten Einzelaktionär des Unternehmens aufgestiegen ist.

Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und Mitglied des Sachverständigenrates, meinte dazu, dass hinter der Finanzkraft von Li Shufu möglicherweise der chinesische Staat steckt. China habe sich zum Ziel gemacht, nach jahrhundertelanger Isolation wieder zu einer der weltgrößten Ökonomien zu werden, warnte auch Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts sieht die Einkaufslust der Chinesen im Gegenzug aber auch als Chance für Deutschland. Die Regierung könnte so bessere Investitionsbedingungen für deutsche Unternehmen in China ausverhandeln.

UNTERNEHMENS-NEWS

SHELL ERWARTET KNAPPHEIT BEI FLÜSSIGEM ERDGAS

Der britisch-niederländische Ölriese geht davon aus, dass die Nachfrage nach flüssigem Erdgas (LNG) in den kommenden Jahren deutlich zulegen sollte. Das würde in weiterer Folge Engpässe in der Versorgung implizieren. Der Handel hat sich seit 2000 von 100 Millionen auf 300 Millionen Tonnen verdreifacht und auch die Anzahl der LNG-importierenden Länder ist deutlich gewachsen. Vor allem im asiatischen Raum ist die Nachfrage groß.

Diese Form des Erdgases, das durch starke Komprimierung oder Abkühlung entsteht, gilt als flexible und umweltfreundlichere Energiequelle. Die flüssige Form weist nur etwa ein Sechshundertstel des Volumens von gasförmigem Erdgas auf und bringt so deutliche Vorteile in der Lagerung und im Transport. Shell verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass man die Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren ausweiten werde.

SAP VERABSCHIEDET SICH VON ANWESENHEITSPFLICHT

Der deutsche Softwareriese lässt seinen Mitarbeitern in Deutschland zukünftig freie Wahl in der Entscheidung, wann und wo sie ihre Arbeit erledigen. So könnte man ganz normal ins Büro kommen oder aber auch zuhause oder im Kaffeehaus arbeiten. Lediglich die Führungskraft ist darüber zu informieren. Dies aber auch relativ formlos entweder als Kalendereintrag, Mail oder SMS. Dieses Konzept wurde bereits seit 2016 in der deutschen Vertriebstochter getestet und die Erfahrungen waren durchwegs positiv. Deshalb wurde dieses nun auch auf Gesamtdeutschland ausgeweitet. 100% Mobilarbeit sind jedoch nicht erwünscht und man darf auch nicht dazu gezwungen werden, so der Betriebsratsvorsitzende von SAP, Klaus Merx.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US-STRAFZÖLLE ZIEHEN GEGENMASSNAHMEN DER HANDELSPARTNER NACH SICH

Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Importzölle von 25% auf Stahl und 10% auf Aluminium lassen die amerikanischen Handelspartner nicht unbeeindruckt. Während sich die EU-Kommission eher bedeckt hielt und lediglich Strafzölle auf Motorräder der Marke „Harley-Davidson“ und Spirituosen ins Spiel brachte, kam eine scharfe Reaktion vom kanadischen Handelsminister Francois-Philippe Champagne. Er hält die US-Strafzölle für inakzeptabel. Vor allem deswegen, da Kanada der größte Abnehmer des US-Stahls sei. Der größte asiatische Stahlexporteur China forderte die USA hingegen auf, Zurückhaltung bei der Nutzung von Instrumenten des Handelsschutzes zu üben und sich an internationale Regeln zu halten. 

Die einzige Alternative der amerikanischen Handelspartner bleibt derzeit, die US-Zölle bei der Welthandelsorganisation (WTO) zu beeinspruchen. Doch auch die WTO könnte sich äußerst schwertun. Denn für die Aufhebung der Strafmaßnahmen müsste das amerikanische Hauptargument – die Gefährdung der nationalen Sicherheit – entkräftet werden.

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