China möchte Zölle auf amerikanische Produkte einführen

05.04.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Eurozone: steigende Inflation und sinkende Arbeitslosigkeit

Das EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichte am Mittwoch die Arbeitslosenzahlen und die Inflation für die Eurozone. Dank guter Konjunktur sank im Februar die Arbeitslosigkeit um 0,1% auf 8,5% und ist damit auf dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Spitzenreiter sind dabei Deutschland und Malta mit der im Euroraum niedrigsten Arbeitslosenquote von 3,5%, am untersten Ende der Skala liegen Griechenland mit 20,8%, gefolgt von Spanien mit 16,1%.

Die gute konjunkturelle Lage in Europa spiegelt sich auch in den ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Inflationszahlen für die Euro-Zone wider. Im März lag die Inflation wie von Ökonomen erwartet bei 1,4% und steigt somit nach einem Wert von 1,1% im Februar wieder leicht an.

AMERIKA

Starke Nachfrage am US-Automarkt dank Preisnachlässen und guter Konjunktur

Der US-Automarkt ist im März verglichen mit dem Vorjahr dank guter Konjunktur und Preisnachlässen um 6,3% oder 1,65 Millionen Autos gewachsen. Der amerikanische Marktführer General Motors konnte seinen Absatz im vergangenen Monat um 16% steigern, gefolgt von Ford und Toyota. Wegen steigender Kreditzinsen und eines durch Leasing-Rückläufe wachsenden Gebrauchtwagenmarktes wird für das gesamte Jahr 2018 von schrumpfenden Neuwagenverkäufen ausgegangen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF: KEINE ANGST VOR CHINA-ZÖLLEN

Der deutsche Chemiekonzern zeigt sich wenig beunruhigt über die Einführung der jüngsten Zölle in China. Das Handelsministerium hatte gestern erklärt, dass man zukünftig Strafzahlungen auf die Chemieprodukte Ethylenglycol und Diethylenglycol einheben wird. Die besagten Produkte kommen aus den USA und von einigen europäischen Anbietern, darunter fällt auch BASF.

Das Unternehmen geht aber davon aus, dass man nur in geringem Maße betroffen sein wird. Die beiden Chemieprodukte werden unter anderem am chinesischen Standort Nanjing produziert und diese fallen somit nicht unter diese Regelung. Verwendung finden sie in vielen Verbraucherprodukten, wie beispielsweise in Frostschutzmitteln oder Farben. Am 12. April treten die Zölle in Kraft.

ZEICHEN DER VERSÖHNUNG BEI SIEMENS-GAMESA

Zuletzt machte sich Unmut unter den verbliebenen Minderheitsaktionären der spanischen Windkraft-Tochter breit. Der Erfolg blieb im ersten Jahr noch aus. Vor allem der spanische Versorger Iberdrola, welcher mit gut 8% an Siemens-Gamesa beteiligt ist, machte seinem Ärger deutlich Luft und forderte ein Bekenntnis zum spanischen Standort. Joe Kaeser, Siemens-Chef, äußerte sich nun verständnisvoll über die Bedenken und versicherte seine Unterstützung. Man sehe sich als langfristiger und aktiver Investor, so Kaeser. Auch ein Treffen mit dem Iberdrola CEO stand am Programm.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINA MÖCHTE ZÖLLE AUF AMERIKANISCHE PRODUKTE EINFÜHREN

Das chinesische Finanzministerium gab am Mittwoch bekannt, Sonderabgaben auf die Einfuhr von amerikanischen Produkten einheben zu wollen. Die neuen erhöhten Zölle von knapp 25% sollen rund 106 US-Produkte im Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar betreffen. Neben den großen Autoproduzenten sind Flugzeughersteller, die chemische Industrie und Agrarprodukt wie Whisky, Mais und Orangensaft betroffen.

Damit werden die chinesischen Sonderabgaben in gleicher Höhe angesetzt, wie die amerikanischen Sonderzölle auf chinesische Produkte. Ob die Zölle tatsächlich in Kraft treten, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Der Vorstoß soll die chinesische Position bei zukünftigen Handelsgesprächen mit den Vereinigten Staaten stärken. Die USA werfen der chinesischen Regierung unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor, was von Peking umgehend zurückgewiesen wurde.

Der US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte gestern in einem TV-Interview mit dem Sender CNBC, dass China und die USA die aktuellen Handelsstreitigkeiten schlussendlich in Verhandlungen beilegen werden. Die Frage nach dem Zeitpunkt ließ er noch offen, er verlangte aber von der chinesischen Führung, ihre Wirtschaftspolitik und die unfairen Handelspraktiken zu ändern, um amerikanischen Unternehmen bessere Bedingungen zu verschaffen. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte, dass sich die USA nicht in einem Handelskrieg mit China befinden würden, welchen die USA ohnedies schon vor Jahren verloren hätten.

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