Fed-Chef Powell deutet weitere Zinsschritte an

09.04.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrieproduktion sinkt überraschend

Das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte am Freitag die Daten für die deutsche Industrieproduktion für Februar. Industrie, Bau und Versorger haben um 1,6% weniger produziert als im Jänner. Das hat auch die Erwartungen von Ökonomen enttäuscht, die von einer Steigerung von 0,3% ausgegangen sind. Der Trend der deutschen Industriekonjunktur bleibt aber trotz dieses Verlustes an Schwungkraft nach oben gerichtet, da die Auftragslage und die Stimmung der Unternehmen positiv sind.

AMERIKA

US-Arbeitslosenquote bleibt weiter auf Tiefststand, Stundenlöhne ziehen an

Auch im März kann die US-Wirtschaft weiter von einem robusten Arbeitsmarkt profitieren. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte, blieb die Arbeitslosenrate unverändert bei 4,1% und damit nahe an der Vollbeschäftigung. Eine niedrigere Arbeitslosenrate gab es zuletzt im Jahr 2000. Die Anzahl der neu geschaffenen Jobs blieb mit 103.000 neuen Stellen zwar hinter den Erwartungen zurück, das sei aber laut den Experten auf das extrem kalte Wetter zurückzuführen. Besonders in der Baubranche und im Einzelhandel wurden nur wenige neue Arbeitsplätze geschaffen. Dagegen konnten die für die Inflationsentwicklung wichtigen Stundenlöhne im März mit plus 0,3% deutlicher als erwartet zulegen. Dieser Aufwärtstrend bei den Löhnen weist auf eine Verknappung am Arbeitsmarkt hin und dürfte die niedrige Inflation weiter in Gang bringen.

ASIEN

Ton im Handelsstreit zwischen China und den USA verschärft sich wieder

Im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat US-Präsident Trump nun wieder eine härtere Gangart eingeschlagen. Er drohte neue zusätzliche Zölle auf Importe aus China im Ausmaß von 100 Milliarden Dollar im Jahr an. Er nannte als Grund die „unfairen“ Reaktionen Chinas auf US-Zolldrohungen. Die Regierung in China reagierte umgehend am Freitag. Man werde in jedem Fall geeignete Maßnahmen setzen, hieß es aus Peking. Nach einigen Tagen mit moderateren Tönen, verschärfen sich damit die Handelsstreitigkeiten wieder. Noch am Donnerstag sagte der chinesische Botschafter in den USA, Cui Tiankai, dass Verhandlungen der richtige Weg zur Beilegung des Konfliktes seien.

UNTERNEHMENS-NEWS

GROSSAUFTRAG FÜR SIEMENS

Der deutsche Industrieriese wurde von der norwegischen Bahn beauftragt, das Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) zu installieren. Dieses System soll zukünftig den grenzüberschreitenden Bahnverkehr deutlich vereinfachen. Derzeit sind rund 20 individuelle Lösungen in Europa im Einsatz. Schritt für Schritt werden diese nun durch das ETCS ersetzt. In Norwegen werden so Strecken auf einer Gesamtlänge von 4200 Kilometer und fast 400 Bahnhöfe damit ausgestattet. Für Siemens ist das der größte Auftrag im Bereich der Schieneninfrastruktur, der jemals erteilt wurde und spült den Deutschen rund 800 Millionen in die Kassen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FED-CHEF POWELL DEUTET WEITERE ZINSSCHRITTE AN

In seiner Rede am Freitag hat der US-Notenbankchef Jerome Powell die Möglichkeit weiterer Zinsschritte angedeutet. Die Gründe dafür seien die annähernde Vollbeschäftigung in den USA, gepaart mit dem Anstieg der Inflationsrate in Richtung der Zielmarkte von 2%, so Powell.

Im März hatte die Fed zuletzt ihren Leitzinssatz um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 1,5 bis 1,75% angehoben und bereits damals den Willen signalisiert, noch in diesem Jahr zwei weitere Male die Zinsen anheben zu wollen.

Auf den Handelsstreit zwischen den USA und China ging der Währungshüter in seiner Rede nicht näher ein. Seiner Einschätzung nach hielten sich die Risiken und Chancen für die Konjunktur der USA ungefähr die Waage. Daher lassen sich die Auswirkungen auf die Konjunktur derzeit noch nicht abschätzen.

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