EZB-Ratsmitglied sieht Zeitpunkt zur Normalisierung der Geldpolitik gekommen

11.04.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Frankreichs Unternehmen steigern ihre Produktion

Die französischen Wirtschaftsbetriebe haben im Februar ihre Produktion wieder gesteigert. Wie das Statistikamt Insee am Dienstag mitteilte, konnten Industrie, Bauwirtschaft und die Versorger ihren Produktionsausstoß zusammen um 1,2% gegenüber dem Vormonat steigern. Für den Jänner wurde noch ein Rückgang um 1,8% ausgewiesen. Die Ergebnisse fielen aber in den einzelnen Branchen recht unterschiedlich aus. Bedingt durch die Kältewelle meldeten die Gas-und Stromversorger ein Wachstum von 13,2%, im Gegenzug gab es in der Industrie einen Produktionsrückgang um 0,7%.

AMERIKA

Herstellerpreise in den USA ziehen wieder an

Der Preisanstieg auf Herstellerebene in den USA hat sich im März wieder verstärkt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Erzeugerpreise um 3,0% höher. Dies teilte das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mit. Auch im Vergleich zum letzten Monat lagen die Preise der Erzeuger um 0,3% höher. In der Kernrate, ohne die Berücksichtigung von volatilen Komponenten wie Energie, lagen die Herstellerpreise um 2,7% höher als im Vorjahresmonat. Änderungen bei den Erzeugerpreisen werden früher oder später an den Handel und somit an die Konsumenten weitergegeben.

ASIEN

Chinesische Verbraucherpreise steigen geringer als erwartet

Die Inflation in China hat sich im März wieder beruhigt. Die Verbraucherpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,1% gestiegen, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Die Teuerung lag damit unter den Erwartungen der Experten, sie hatten mit einem Anstieg der Preise um 2,6% gerechnet. Der starke Anstieg im Februar um 2,9% ist auf das in diesem Jahr sehr spät liegende Neujahrsfest zurückzuführen. Auch bei den Erzeugerpreisen fiel der Anstieg mit plus 3,1% weniger deutlich aus als erwartet. Die Volkswirte gingen von einem Zuwachs von 3,3% aus. Die chinesische Regierung peilt für dieses Jahr eine durchschnittliche Preisteuerung von etwa 3,0% an.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAP PASST PREISMODELL AN

Der deutsche Softwarekonzern hat ein neues Preismodell für die indirekte Nutzung seiner Lizenzlösungen vorgestellt. Zukünftig wird nun unterschieden, ob der Nutzer direkt auf die Programme zugreift oder ob dies über Drittsysteme geschieht. Zuletzt hatten immer wieder Kunden Unmut über das bestehende Modell geäußert und es galt angesichts des Fortschritts der Digitalisierung als nicht mehr zeitgemäß.

Ein Beispiel dafür ist der Rechtsstreit des britischen Spirituosenherstellers Diageo mit SAP. Letztendlich wurde vom obersten Gerichtshof in Großbritannien entschieden, dass die Briten eine Nachzahlung für die indirekte Nutzung zu leisten haben. Im Zuge des nun angepassten Preismodells soll es den Kunden auch erleichtert werden, den eigenen Lizenzverbrauch zu überwachen. Entsprechende Messwerkzeuge will SAP zur Verfügung stellen. Wie sich die Anpassungen auf die zukünftigen Einnahmen des Konzerns auswirken, wollte man vorerst nicht kommentieren.

NESTLÉ WILL PLASTIKMÜLL REDUZIEREN

Der Schweizer Nahrungsmittelriese setzt zukünftig auf wiederverwertbare Verpackungen. Bis 2025 sollen diese bei allen Lebensmitteln Einzug halten. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, will man bei Nestlé grundsätzlich einfacheres und weniger Material einsetzen und vermehrt auf Papier setzen. In den Fällen, wo sich Plastik nicht vermeiden lässt, will man wiederverwertbares Plastik verwenden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-RATSMITGLIED SIEHT ZEITPUNKT ZUR NORMALISIERUNG DER GELDPOLITIK GEKOMMEN

Nachdem sich bereits Ende März der deutsche „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ für eine Abkehr der expansiven europäischen Geldpolitik aussprach, sieht nun auch EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny den Zeitpunkt für eine stufenweise Normalisierung gekommen.

Österreichs Notenbankchef glaubt, dass die Europäische Zentralbank an einem wichtigen geldpolitischen Wendepunkt angekommen ist. Die Abfolge der nun zu treffenden Maßnahmen müsse genauestens geplant und rechtzeitig umgesetzt werden. Ansonsten könne es punktuell zu Übertreibungen kommen.

Der erste Schritt zur stufenweisen Normalisierung der EZB-Bilanz bleibe die Beendigung der Staatsanleihekäufe. Diese Geschäfte bleiben derzeit noch bis Ende September aufrecht und können erst nach einer weiteren Normalisierung der Inflationsrate in Richtung des zwei Prozent Ziels aufgehoben werden.

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