Studie: Wirtschaftsstandort Österreich im internationalen Mittelfeld

13.04.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone fährt Produktion etwas zurück

Die Industriebetriebe in der Eurozone haben ihren Produktionsausstoß im Februar etwas gedrosselt. Nach Mitteilung der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag die Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenüber dem Vormonat um 0,8% niedriger. Von den Volkswirten wurde ein leichter Anstieg um 0,2% erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Produktion allerdings um 2,9% höher. Ein Teil des Rückganges ist durch temporäre Umstände ausgelöst worden, so hat die extrem kalte Witterung in den ersten Monaten des Jahres in ganz Europa die Produktion behindert. Zudem haben in Deutschland Streiks der Metallarbeiter im Februar die Produktion gedämpft. Diese besonderen Faktoren sollten allerdings das Wachstum in den nächsten Monaten nicht mehr bremsen.

AMERIKA

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen moderat

Der Arbeitsmarkt in den USA befindet sich weiter in einer sehr stabilen Lage. In der vergangenen Woche sind die Erstanträge auf eine Arbeitslosenunterstützung um 9.000 auf 233.000 Anträge zurückgegangen, das teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Damit befinden sich die Erstanträge weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Der etwas aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt stieg nur leicht um 1.750 auf 230.000 Neuanträge an. Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wird von den Wirtschaftsexperten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt herangezogen.

ASIEN

Chinas Exporte fallen im März geringer aus

Nach Angaben der Zollbehörde vom Freitag sind die Ausfuhren aus China im März zurückgegangen. Auf Jahressicht lagen die Exporte um 2,7% niedriger, nach einem deutlichen Anstieg um 44,5% im Monat davor. Von den Experten wurde ein Exportplus von 10,0% erwartet. Im Gegenzug nahmen die Einfuhren nach China um 14,4% zu. Das Handelsdefizit wird mit 4,98 Milliarden Dollar angegeben.

UNTERNEHMENS-NEWS

GE: BÖRSENGANG VON GE-TRANSPORTATION?

Der US-amerikanische Industrieriese prüft Medienberichten zufolge den Börsengang seiner Transport-Sparte. Grundsätzlich stand zuletzt ein Verkauf der Tochter GE Transportation im Raum. Nun präferiert man aber wohl doch den Gang an die Börse. Neo-CEO John Flannery steht unter dem Druck der Anleger, eine Kehrtwende im Konzern zu vollziehen. Seinem Plan zufolge wird sich General Electric auf die Geschäftsbereiche konzentrieren, in denen man über das meiste Know-how verfügt. Aus anderen Aktivitäten will man sich zum Großteil zurückziehen. Assets mit einem Volumen von 20 Milliarden US-Dollar stehen womöglich zur Disposition.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

STUDIE: WIRTSCHAFTSSTANDORT ÖSTERREICH IM INTERNATIONALEN MITTELFELD

In einer aktuellen Studie der Beratungsfirma Deloitte findet sich der Wirtschaftsstandort Österreich im internationalen Vergleich im Mittelfeld wieder. Zur Messung der Standortattraktivität wurden insgesamt sieben Faktoren herangezogen.

Unterdurchschnittlich schneidet Österreich in den Bereichen „Kosten“ (sprich Steuern und Abgaben) sowie beim regulatorischen Umfeld ab. Eine hohe Steuerquote und ein hoher Regulierungsgrad belasten heimische Unternehmen im internationalen Vergleich. Als Chance zur Verbesserung sehen die Studienautoren die Pläne der Regierung zur Senkung der Abgabenquote von knapp 43% auf 40%.

Zu einer überdurchschnittlichen Bewertung für Österreich kommt die Studie unter anderem beim Faktor „politisches und makroökonomisches Umfeld“. Dies wird mit dem starken Wirtschaftswachstum sowie dem stetigen Rückgang der Arbeitslosigkeit begründet. Gute Noten erhält der Wirtschaftsstandort Österreich außerdem in den Bereichen Unternehmensinfrastruktur, Digitalisierung, Innovation, Forschung und Technologie sowie bei der Lebensqualität. Im Bereich der Forschung wird vor allem die Erhöhung der Forschungsprämie von 12 auf 14% positiv hervorgehoben.

In der Gesamtbetrachtung aller Standortfaktoren erhält Österreich laut „Deloitte Radar 2018“ ein Rating von insgesamt 3 von 5 Punkten. Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass der Standort Österreich aktuell solide aufgestellt ist, vergleichbare Länder sich jedoch besser entwickeln. Daher gilt es, das aktuell gute makroökonomische Umfeld zu nutzen, um mit diesen Entwicklungen schrittzuhalten.

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