Chinas Handelsüberschuss mit den USA steigt trotz Handelsstreit

16.04.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Höhere Reisekosten und Lebensmittelpreise treiben Inflation in Deutschland an

Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und teurere Reisen aufgrund der Osterferien haben die Inflation im März steigen lassen. Wie das statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, musste für Waren und Dienstleistungen um 1,6% mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor. Für den Februar wurde eine Teuerungsrate von 1,4% ausgewiesen. Damit liegt der Wert aber noch unter der angestrebten Zielmarke der EZB von etwa 2,0%. Lebensmittel verteuerten sich deutlich um 2,9%, ebenso wie Pauschalreisen um 3,2%. Dämpfend auf die Teuerungsrate wirkte sich dagegen die Entwicklung der Energiepreise aus, diese konnten nur um 0,5% zulegen. Benzin verbilligte sich um 0,7%, Gas wurde sogar um 1,4% billiger verkauft. Von vielen Experten wird ein weiteres leichtes Anziehen der Inflation in den nächsten Monaten erwartet.

AMERIKA

Stimmung der US-Konsumenten geht von hohem Niveau etwas zurück

Die Stimmungslage der amerikanischen Verbraucher hat sich im April etwas eingetrübt. Der von der Universität in Michigan berechnete Konsumklimaindex ist auf 97,8 Punkte zurückgegangen. Im Vormonat hatte der Stimmungsindikator noch bei 101,4 Zählern gelegen, das war der höchste Stand seit 14 Jahren. Auch die Indizes für die Einschätzung der aktuellen Lage und die zukünftigen Erwartungen haben leicht nachgegeben. Der Michigan-Konsumklimaindex basiert auf einer telefonischen Umfrage unter rund 500 Haushalten und dient als Indikator für das Kaufverhalten der amerikanischen Verbraucher. Die Konsumenten spielen eine wichtige Schlüsselrolle für das Wachstum in den USA, sie erwirtschaften etwa 70% des amerikanischen Bruttoinlandproduktes.

ASIEN

China übernimmt Weltspitze bei Containerschiffen

Nachdem viele Jahre lang Deutschland die weltgrößte Flotte an Containerschiffen hatte, musste der Exportweltmeister die Führungsrolle an China abgeben. Nach zehn Jahren Schifffahrtskrise mit Überkapazitäten und Überschuldungen verfügt nun erstmals China über die wertvollste Flotte an Containerfrachten weltweit. Wie aus einem Bericht der Londoner Schiffsdatei Vesselsvalue hervorgeht, beläuft sich der Flottenwert der chinesischen Eigentümer aktuell auf 21,4 Milliarden Dollar. Der Wert für Deutschland wird derzeit mit 18,7 Milliarden Dollar angegeben.

UNTERNEHMENS-NEWS

JP MORGAN LIEFERT STARKE QUARTALSZAHLEN

Traditionell hat die US-Bank mit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am Freitag die Berichtssaison der Großbanken eingeläutet. Die Erwartungen wurden dabei übertroffen. JP Morgan hat im abgelaufenen Geschäftsquartal von den volatilen Märkten profitiert und konnte deutliche Zuwächse bei den Umsätzen verbuchen. Diese legten um rund 12% im Vergleich zum Vorjahr auf 27,9 Milliarden US-Dollar zu. Der Gewinn schnellte gleich um 35% in die Höhe und liegt nach den letzten drei Monaten nun bei 8,7 Milliarden US-Dollar.

Vor allem der Aktienhandel florierte bei JP Morgan und präsentierte sich so stark wie noch nie zuvor. Aber auch im Privatkundengeschäft, der größten Sparte der Bank, lief es gut. Hier konnte der Gewinn ebenfalls deutlich gesteigert werden. JP-Morgan Chef Jamie Dimon zeigte sich äußerst zufrieden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINAS HANDELSÜBERSCHUSS MIT DEN USA STEIGT TROTZ HANDELSSTREIT

Trotz des vorherrschenden Handelsstreits zwischen den Großmächten USA und China konnte China den Überschuss seiner Exporte im ersten Quartal um rund ein Fünftel steigern. Wie die Zollbehörde in Peking am Freitag mitteilte, betrug der Exportüberschuss im ersten Quartal des Jahres insgesamt rund 58 Milliarden Dollar. Im Jahresvergleich zum ersten Quartal 2017 entspricht dies einem Anstieg von knapp 20%.

Präsident Trump ist das Exportdefizit der USA nach China aber alles andere als recht. Strafzölle sollen es eindämpfen. Dies ließ die Angst vor einem weltweiten Handelskrieg aufkommen. Denn China ist im Fall der Fälle dazu bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Trump wirft den Chinesen unter anderem vor, dass diese Handelsgeheimnisse von den Vereinigten Staaten stehlen würden. So würde sich das Reich der Mitte auch über erzwungene Gemeinschaftsunternehmen Know-how aneignen. Im März fielen die Exporte zuletzt jedoch zum ersten Mal seit einem Jahr. Belastend dürfte sich vor allem die Aufwertung des Yuan auswirken, da dies chinesische Güter im Ausland verteuert und sich damit negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.

Ökonom Lisheng Wang von der Bank Nomura in Hongkong berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich ihrer Einschätzung nach Chinas Exportwachstum aufgrund der Yuan-Aufwertung und Handelsspannungen verlangsamen wird. Das aber wiederum sollte von den positiven Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft abgepuffert werden. So hatte die Welthandelsorganisation zuletzt erst die Aussichten für das Wachstum des globalen Warenaustauschs für 2018 von 3,2 auf 4,4% angepasst. Im ersten Quartal sind Chinas Importe um 18,9% gestiegen, wovon auch die deutsche Wirtschaft profitiert.

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