Schweizerischer Notenbank-Präsident ist gegen Vollgeld-Initiative

07.05.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Einzelhandel in der Eurozone steigert Umsätze im März

Die Einzelhändler in der Eurozone haben im März wieder mehr Geschäft gemacht. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag berichtete, stiegen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,1%.Von den Analysten wurde ein etwas höherer Wert von 0,5% erwartet. Deutlich mehr umgesetzt wurde im Online-und Versandhandel, der Zuwachs betrug 3,3% zum Vormonat. Ebenfalls leicht höhere Verkäufe gab es bei Lebensmitteln, elektrischen Geräten und Möbeln. Weniger nachgefragt von den Kunden waren dagegen Bekleidung und Schuhe sowie medizinische und pharmazeutische Produkte.

AMERIKA

Arbeitslosigkeit in den USA erreicht neuen Tiefststand

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gefallen. Das gab die Regierung am Freitag in Washington bekannt. Nach 4,1% im März sank die Erwerbslosenquote im April auf 3,9%.Damit steigt auch die Möglichkeit, dass die US-Notenbank in wenigen Wochen wieder ihre Geldpolitik straffen könnte. Man erwartet bereits im Juni eine Anhebung der Zinssätze auf 1,75% bis 2,0%. Die für die Preisentwicklung wichtigen Stundenlöhne legten allerdings nur leicht um 0,1% gegenüber dem Vormonat zu. Trotz der guten Beschäftigungslage bleibt der Lohndruck nur gering. Damit dürfte die Notenbank ihren eingeschlagenen Weg beibehalten und weitere moderate Zinsanhebungen beschließen.

ASIEN

Bank of Japan sorgt sich um mögliche Nebeneffekte der lockeren Geldpolitik

Einige Mitglieder des geldpolitischen Rates der japanischen Notenbank haben Bedenken wegen möglicher Nebeneffekte der sehr lockeren Geldpolitik geäußert. Das geht aus dem Protokoll der letzten Sitzung des geldpolitischen Rates hervor. Es wurde vereinzelt auch eine Normalisierung der Geldpolitik erwägt. Allerdings plädierten die meisten Mitglieder für eine Fortsetzung der derzeitigen Vorgehensweise. Zudem wurde auch die Kommunikation nach außen von den Ratsmitgliedern diskutiert. Einige Notenbanker sind der Meinung, dass die Geldpolitik gegenüber den Märkten besser kommuniziert werden müsse.

UNTERNEHMENS-NEWS

NESTLÉ VERKAUFT ZUKÜNFTIG STARBUCKS-KAFFEE

Der Schweizer Nahrungsmittelriese sichert sich die Rechte für die Vermarktung der Konsum- und Gastronomieprodukte von Starbucks. Fertiggetränke und die Starbucks-Cafés bleiben weiterhin in der Hand der Amerikaner. 7,15 Milliarden US-Dollar ist Nestlé dieser Deal wert. Damit will man das schnell wachsende Kaffeegeschäft bei den Schweizern weiter stärken. Derzeit erzielt Starbucks mit diesem Geschäft einen jährlichen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar. Bereits ab 2019 soll dieser Geschäftsbereich bereits positiv zum Gewinn und zu den Konzernzielen beitragen. Ein Abschluss der Transaktion ist dementsprechend noch 2018 geplant.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

SCHWEIZERISCHER NOTENBANK-PRÄSIDENT IST GEGEN VOLLGELD-INITIATIVE

Der Schweizerische Notenbank-Präsident Thomas Jordan äußerte sich am Freitag über eine mögliche Neuordnung des Geldsystems unseres Nachbarlandes. Die Abstimmung wird am 10. Juni stattfinden und würde die zukünftige Geldpolitik erheblich beeinflussen.

Die von Wissenschaftlern und Finanzexperten ins Leben gerufene „Vollgeld-Initiative“ verweist darauf, dass gegenwärtig das Buchgeld auf Konten von Bankkunden (Sichtgeld wie Privatkonten und Kontokorrent, aber auch Termineinlagen sowie Anlage- und Sparkonten) kein gesetzliches Zahlungsmittel ist wie Bargeld, sondern nur ein Anspruch auf solches. Um diese elektronischen Beträge gleichzustellen, fordern die Initianten, dass das Buchgeld nur noch von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) herausgegeben werden dürfte und nicht mehr wie bisher durch Finanzdienstleister beziehungsweise Geschäftsbanken. Dadurch würde neues Buchgeld in Schweizer Franken ebenso gesetzliches Zahlungsmittel wie bisher das Bargeld. Dies würde außerdem zur Drosselung der Kreditvergabe und der Einschränkung der Geldmenge führen, da die Gelder von Sparern künftig auf Konten außerhalb der Bankbilanzen liegen und vollständig mit Zentralbankgeld unterlegt werden müssten.

Thomas Jordan sprach sich bei einer Veranstaltung in Zürich für die Beibehaltung des aktuellen Geldsystems aus. Die „Vollgeld-Initiative“ würde die Banken weniger flexibel auf Kreditnachfrage reagieren lassen, was den Konsum, die Investitionen und letztlich den Wohlstand in der Schweiz mindern würde. Außerdem würde das neue System unrealistische Erwartungen nähren. Die Arbeit der Notenbank würde erheblich erschwert und künftige Bankenkrisen nicht verhindert werden. Die in den letzten Jahren durchgeführten Devisenmarktinterventionen der SNB wären nach Einschätzungen des Notenbank-Präsidenten auch nicht mehr möglich.

Die aktuellen Abstimmungsumfragen zeichnen hingegen kein klares Bild. Einer Umfrage der Mediengruppe Tamedia von Ende April zufolge sind 42% klar oder eher für die Initiative, 45% lehnen sie ab und 13% machten keine Angaben.

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