Handelskonflikt könnte laut EZB die USA am stärksten treffen

08.05.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

EU bleibt wichtigster Exportmarkt für Deutschland

Die Europäische Union (EU) war auch im letzten Jahr der wichtigste Abnehmer für Waren und Dienstleistungen aus Deutschland. Insgesamt wurden im Jahr 2017 Waren im Wert von 749,7 Milliarden Euro in die übrigen 27 EU-Mitgliedsländer exportiert. Das waren 58,6% der gesamten Exportmenge. Aus den EU-Staaten nach Deutschland importiert wurden Waren im Wert von 590,5 Milliarden Euro. Das entsprach 57,1% aller Importe im letzten Jahr. Frankreich war mit 105,3 Milliarden Euro wichtigster Abnehmer von deutschen Waren innerhalb der EU und liegt damit hinter den USA auf Gesamtplatz zwei. Die wichtigsten Exportgüter in die EU-Mitgliedsstaaten waren Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile im Ausmaß von 126,2 Milliarden Euro und Maschinen für insgesamt 90,1 Milliarden Euro.

AMERIKA

CB-Beschäftigungsindex legt wieder zu

Der Beschäftigungsindex, der vom Marktforschungsinstitut Conference Board berechnet wird, ist im April angestiegen. Er konnte von 107,40 aus dem Vormonat auf 108,10 im April zulegen. Der Index setzt sich aus acht verschiedenen Arbeitsmarktindikatoren wie beispielsweise Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Anzahl der Teilarbeitskräfte, industrielle Produktion und Handel zusammen.

ASIEN

China steigert Exporte deutlich

Die chinesischen Exporteure haben im April trotz der Handelsstreitigkeiten mit den USA ihre Umsätze deutlich gesteigert. Wie die Zollbehörde am Dienstag mitteilte, legten die Ausfuhren auf Jahressicht um 12,9% zu. Der Zuwachs ist damit doppelt so stark wie von den Analysten erwartet. Auch die Importe legten mit einem Plus von 21,5% unerwartet deutlich zu. Damit fiel auch der Handelsüberschuss mit 28,78 Milliarden Dollar höher aus als erwartet. Diese Zahlen könnten den Handelsstreit mit den USA wieder neu entfachen. Deshalb haben die beiden größten Volkswirtschaften der Welt jetzt Verhandlungen aufgenommen, um einen möglichen Handelskrieg abzuwenden.

UNTERNEHMENS-NEWS

E.ON KANN GEWINN STEIGERN

Der deutsche Energieriese konnte in den ersten drei Monaten des Jahres einen deutlichen Gewinnanstieg verbuchen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um stolze 24% auf 1,3 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich bleiben 880 Millionen Euro. Damit konnte man die Erwartungen der Analysten durch die Bank übertreffen.

Gut entwickelte sich bei E.On vor allem der deutsche Markt. Hier konnte man mehr Kunden akquirieren und auch das Geschäft mit den erneuerbaren Energien machte sich bezahlt. Konzernchef Johannes Teyssen zeigte sich zufrieden und bestätigte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr 2018.

NOVARTIS ERHÄLT GEBOT FÜR TEILE DES GENERIKA-GESCHÄFTS

Medienberichten zufolge hat der Schweizer Pharmariese vom indischen Konkurrenten Aurobindo Pharma ein Gebot für das Generika-Geschäft mit Dermatologie-Produkten erhalten. Dieses soll bei 1,6 Milliarden US-Dollar liegen. Bereits seit letztem Herbst wird über eine Verschlankung des Generikageschäftes spekuliert.

Novartis verspürt den hohen Preisdruck und will darauf mit einer Restrukturierung des Portfolios reagieren. Vor allem das US-Generikageschäft wird dabei genau unter die Lupe genommen. Interessenten gibt es den Berichten zufolge genug. Private Equity Unternehmen wie auch weitere Konkurrenten sollen an den Geschäftsteilen interessiert sein. Gebote können noch bis zum 15. Juni abgegeben werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

HANDELSKONFLIKT KÖNNTE LAUT EZB DIE USA AM STÄRKSTEN TREFFEN

In einer gestern veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) warnt diese davor, dass eine Eskalation des Handelskonflikts der Vereinigten Staaten mit einer Reihe von Ländern die weitere Erholung und Wirtschaftsaktivität des globalen Handels gefährden könnte. Mit Eskalation meint die EZB, dass die Importzölle nennenswert erhöht werden und die betroffenen Länder darauf mit Gegenmaßnahmen reagieren.

Laut Europäischer Zentralbank seien die USA in einem solchen Szenario von allen involvierten Ländern wohl am stärksten davon betroffen. Die Auswirkungen auf die anderen Länder hängen gemäß EZB aber etwa von deren Größe, konkreten Handelsbeziehungen und ihrer wirtschaftlichen Offenheit ab. Betroffen seien vor allem solche Länder, die einerseits sowohl ausgeprägte Handelsbeziehungen zu den USA haben und andererseits stark in internationale Wertschöpfungsketten involviert sind. Deutschland dürfte nach diesen Worten ebenfalls stark von einem solchen Handelskrieg betroffen sein.

Wenn sich der Handelskonflikt jedoch nicht weiter zuspitzt, dann sieht die Europäische Zentralbank die bisherigen Zölle aber als moderat. Insgesamt belaufen sich die bis dato eingehobenen Zölle der USA und China auf nur rund 2% der US-Einfuhren und der chinesischen Ausfuhren. Das entspricht weniger als einem halben Prozent des Welthandels.

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