Trump wird Präsident - und jetzt?

Datum: 17.11.2016

Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt also Donald Trump. Jetzt interessiert vor allem eines: Welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen wird er in Angriff nehmen? Und was davon kann er in die Tat umsetzen?

Aus seinem Wahlkampf sind seine grundsätzlichen Agenden bekannt: Infrastruktur-Ausgaben erhöhen, Steuern senken, heimische Wirtschaft protegieren. Für die Konjunkturentwicklung wären steigenden Infrastrukturausgaben und sinkende Steuern zumindest kurzfristig förderlich. Steigender Protektionismus würde das Wachstum dagegen hemmen. Nun wird es darauf ankommen, welche Akzente er setzen möchte und wo er Unterstützung durch die Partei erhält. Während wir für Steuersenkungen gute Chancen sehen, erscheinen uns die parteiinternen Widerstände gegen übermäßige Infrastrukturausgaben und wirtschaftspolitischen Protektionismus hoch.

Die Vorhaben im Überblick:


Infrastruktur Ausgaben erhöhen

Eigentlich mehr eine Sache der Demokraten, heftete sich Trump den Wiederaufbau der US-amerikanischen Infrastruktur auf die Fahnen. Die von Hillary Clinton geplanten Ausgaben wolle er zumindest verdoppeln, so Trump in einem Fox Business Network Interview. Einem Bloomberg Artikel vom 2. August zufolge budgetierte die demokratische Präsidentschaftskandidatin etwa 275 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau von Straßen und Brücken. Macht Trump seine Versprechungen wahr, würde das ein Konjunktur-Paket von rund 550 Milliarden Dollar bedeuten. Das sind etwa 3% des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes. Ein massiver fiskalpolitischer Stimulus.


Steuern senken

Populär bei Wählern und in den Reihen der eigenen Partei. Trump kündigte Steuererleichterungen für die amerikanische Mittelschicht und gleichzeitig eine Vereinfachung des Steuerrechts an. Statt sieben Steuerstufen soll es nur noch drei geben. Angefangen von 12% für Familieneinkommen unter 75.000 Dollar, 25% zwischen 75.000 und 225.000 Dollar bis 33% bei Einkommen über 225.000 Dollar.


Protektionismus

Während Infrastrukturmaßnahmen und Steuersenkungen die Wirtschaft grundsätzlich anschieben, bietet Trumps Freihandelsskepsis Grund zur Sorge. Mehrfach drohte er im Wahlkampf mit Schutzzöllen und Handelssanktionen in Richtung China und Mexiko. Auch ein Rückzug aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA und der erst unter Obama geschlossenen Trans Pazifischen Partnerschaft (TTP) wurde vom designierten US-Präsidenten in den Raum gestellt.

Die Kapitalmärkte hatten inzwischen ausreichend Zeit, den Wahlsieg Trumps zu verarbeiten. Die Marktreaktionen deuten bisher auf steigende Wachstumserwartungen für die USA hin. Eine Erwartung, die sich auch aus Umfragen des Datendienstleisters Bloomberg ablesen lässt. Die Aktienmärkte zeigen sich wie auch der US-Dollar dementsprechend robust. US-Staatsanleihen erlitten dagegen wie auch ihre europäischen Pendants auf Grund der gestiegenen Wachstums- und Inflationserwartungen Verluste. Neuanlagen in zinstragende Wertpapiere gewannen dadurch wieder an Attraktivität. Während 10-jährige US-Staatsanleihen im Sommer lediglich 1,5% Rendite abwarfen, stieg diese nach den Wahlen auf bis zu 2,25%. Ähnliche Entwicklungen waren auch in Europa zu beobachten.


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