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Unternehmensnachfolge: In große Fußstapfen treten

07.11.201707. November 2017 3 min Lesezeit

Bei einer Unternehmensweitergabe sind neben juristischen und steuerlichen Rechtsfragen vor allem familienseitige und psychologische Aspekte zu berücksichtigen. Die fehlende Aufbereitung der emotionalen Faktoren kann zum Scheitern der Unternehmensnachfolge führen.

Welches erbrechtliche Risiko besteht, wenn ein Unternehmen in die Verlassenschaft fällt?

Bei der Unternehmensnachfolge kann das Pflichtteilsrecht zu einer hohen finanziellen Hürde werden und ein Gefahrenpotenzial für die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sein.

Der Testator möchte oft ein Unternehmen oder einen bestimmten Gesellschaftsanteil einem bestimmten Nachfolger übergeben. Bei der Übertragung müssen allerdings die Interessen der Pflichtteilsberechtigten gewahrt werden. Für den Fall, dass die Ansprüche der einzelnen Pflichtteilsberechtigten nicht ausreichend durch sonstige Wertgegenstände oder Geldzuwendungen erfüllt werden, besteht die Gefahr, dass der Unternehmensnachfolger mangels Einigung der Erben mit den Pflichtteilsberechtigten das Unternehmen verkaufen muss.

Wie kann die Zerschlagung eines Unternehmens vermieden werden?

Um die Zerschlagung zu vermeiden, gibt es seit 01.01.2017 die Möglichkeit derStundung oder der Ratenzahlung des Pflichtteils. Sowohl durch testamentarische Anordnung als auch durch gerichtliche Anordnung auf Verlangen eines Erben können die Ansprüche der Pflichtteilsberechtigten grundsätzlich auf bis zu fünf Jahre gestundet und für diesen Zeitraum die Möglichkeit einer Ratenzahlung eingeräumt werden.

Die Erben sollen nicht sofort nach Ableben des ehemaligen Unternehmers hohen Geldforderungen ausgesetzt werden, sondern die Pflichtteilsansprüche in Raten mit Gewinnen des Unternehmens ausbezahlen können.

Sollte die Leistung des Pflichtteils den Zahlungspflichtigen auch nach Ende der angeordneten Stundung sehr hart treffen, kann das Gericht die angeordnete Stundung auf höchstens zehn Jahre nach Ableben des Verstorbenen verlängern.

Hat die Stundungsmöglichkeit Nachteile für den zahlungspflichtigen Erben?

Die Bestimmungen über die Stundung sehen eine Verzugszinsenregelung vor. Der Pflichtteilsanspruch entsteht im Zeitpunkt des Ablebens des Verstorbenen. Durch die Stundung wird nur die Geltendmachung hinausgeschoben. Vom Zeitpunkt des Ablebens bis zum Ende der Stundung fallen jährlich Zinsen in Höhe von 4% an. Unter Berücksichtigung der aktuellen Kapitalmarktlage und der bestehenden Zinssituation ist die Option einer Stundung derzeit nicht attraktiv.

Gibt es andere Wege zur Sicherung der Unternehmensnachfolge?

Diese Frage und viele weitere zu den Themen Testament, Schenkungen, Übertragung von Grundstücken, Stiftungsrecht/gemeinnützige Stiftung im Rahmen des Verlassenschaftsverfahrens, Vorsorgevollmacht, Sachwalterschaft und Patientenverfügung sowie Gemeinschaftskonten/-depots und Depotübertragungen beantwortet unsere Broschüre "Vorsorgeplanung und Vermögensweitergabe". Ihr Exemplar erhalten Sie bei Ihrem persönlichen Berater!

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