Vermeiden Sie reelle Verluste... © SMC / Capital Bank

Vermeiden Sie reelle Verluste bei Sparbuch / Festgeld / Anleihen

6 min Lesezeit

Die Angst vor einem ewig bleibenden Niedrig-, Null- oder gar Negativzins greift bei Anlegern um sich, wie die Verbreitung eines aggressiven Virus. Gleichzeitig fürchten sich Investoren vor zu teuren Aktien. Was also machen mit dem Ersparten, Geerbten… Wie gewonnen, so zerronnen? Gegenwehr sinnlos? Lesen Sie weiter und erfahren, wie es geht.

Niedrig-, Null- oder Negativzins

Sie können aktuell kaum eine Bank finden, die Ihnen für Ihr Kapital Zinsen zahlt. Und wenn doch, dann sollten Sie sich genau fragen, warum die das machen. Geld ist billig wie nie. Und glaubt man den Vorhersagen der meisten Volkswirte, wird es auch so bleiben. Was für Kreditnehmer ein Vorteil ist, bedeutet für Millionen von Sparern in Europa, dass sie ihr Vermögen verkleinern. Auch die Sparer in klassischen Lebensversicherungen erleiden das gleiche Schicksal. Bausparen und Festgeld hat dieselbe traurige Perspektive. Die Pensionskassen sind ebenfalls mit diesem Virus infiziert. Es scheint fast, als träfe der neue Umstand der Nichtzinsen immer den Gleichen. Was wie eine Verschwörung aussieht, hat eine sehr lange Geschichte und ist erklärbar. Droht nach dem Wirtschaftswunder der 50 er und dem unglaublichen Vermögenswachstum der letzten vier Jahrzehnte, nun die „Altersarmut“?

Aktien und gemischte Portfolios statt Sparbuch

Nein, keine Armut. Sie müssen „nur“ andere Kapitalanlagen finden. Verlassen Sie Ihre Wohlfühlzone! Viele, viele Anleger haben den Schritt vom Sparer zum Investor bereits gemacht. Und die allermeisten, die dabei strategisch -und nicht als Glücksritter oder Goldgräber- vorgegangen sind, haben satte Gewinne erzielt. Jene, die schon länger in den Aktienmarkt investieren -und dem Zufall keine Chance gegeben haben-, konnten viel höhere Renditen erzielen als Festgeld- oder Sparbuch“anleger“. Aktuell jedenfalls können Sie keinen Zuwachs Ihres Vermögens erreichen, wenn Sie nicht bereit sind, ein adäquates Risiko einzugehen. Im Gegenteil: Sie verlieren mit Sicherheit.

Aber, was bedeutet „Risiko“ in diesem Zusammenhang eigentlich?

Dass es über einen Zeitraum von 10 Jahren schwierig ist, keinen Vermögenszuwachs mit Aktien zu erzielen, ist mittlerweile allgemeiner Konsens. Natürlich gibt es immer noch Warner und selbsternannte Propheten, die glaubhaft versichern, dass die Börse ein großes Kasino ist und das Ganze irgendwann wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wird. Vielleicht haben diese Wahrsager sogar Recht. Aber, was wäre in diesem Fall die Alternative? Staaten, deren Einnahmen aufgrund von fallenden Steuereinnahmen und gleichzeitig steigenden Sozialausgaben implodieren? Leerstehende Wohnungen und Häuser, weil sicher nur noch wenige die Miete leisten können. Sehr unwahrscheinlich.

Nein, die Börse ist kein Kasino. Zum Glücksspiel wird die Börse erst, wenn Sie fahrlässig einige Regeln nicht beachten. Seien Sie kein Glücksritter oder Goldgräber. Gehen Sie strategisch vor. Lesen Sie weiter und erfahren Sie den richtigen Weg.

Die Börse ist kein Kasino. Was sind Aktien eigentlich?

Ein Tipp, der Sie verstehen lässt, was Unternehmen machen, die an der Börse „notiert“ sind - also gehandelt werden.

Schauen Sie zunächst in Ihren Kühl- und Vorratsschrank. Nehmen Sie alle Dinge heraus, die von Firmen gemacht sind, welche börsennotiert sind (Nestlé, Unilever, Mondelez (also Milka), Manner, Kellogg´s…). Ja, es wird schon deutlich lichter im Schrank, oder?

Wenn Sie gerade dabei sind, dann machen Sie das gleiche im Bad mit den Hygieneartikeln (Nivea, Pampers, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Haargel oder -spray). Jetzt ist es Ihnen kaum noch möglich, die morgendliche und abendliche Routine auszuführen.

Auch der Getränkevorrat im Haus dezimiert sich auf wundersame Weise (Bier und Spirituosen, Limonaden, Säfte..).

Das neue Auto (BMW, Daimler, VW, Renault, Fiat, Opel, Ford, Toyota…) kann auch gleich weg, oder haben Sie tatsächlich ein Kraftfahrzeug von einem Unternehmen gefunden, das nicht an der Börse gehandelt wird?

Stellen Sie sich die Telefonie oder das Internet ohne die riesigen Unternehmen (Vodafone, Sprint, Telekom, Apple, Samsung…) vor. Computer ohne Microsoft oder Apple. Ach ja, und dann sind da noch…
Damit wird klar, dass kein Bereich Ihres Alltags funktioniert ohne Unternehmen, welche an der Börse gehandelt werden. Klingt das nach Kasino? Diese teilweise globalen Unternehmen machen Umsätze mit uns allen. Sie erzielen Gewinne mit den Verkäufen an uns alle. Und letztlich schaffen Sie auch Arbeitsplätze für uns Alle. Wenn der Marktplatz -also die Börse- für diese Unternehmen ein Kasino ist, was passiert mit uns, wenn sie weg sind?

Nein. Die Börse ist kein Kasino.

Ist es schon zu spät oder kann man noch in Aktien investieren?

„Der beste Zeitpunkt in Aktien zu investieren, ist, wenn Sie Geld haben.“ Das jedenfalls meinte die Börsenlegende Sir John Templeton. Wenn Sie sich die folgenden Charts genau ansehen, werden Sie erkennen, dass viele Regionen nicht einmal teuer sind. Anhand von drei Kennzahlen –KGV, KBV und Dividendenrendite – verdeutlichen die Charts im Folgenden, dass die Preise vieler Börsen im Durchschnitt sogar günstig sind.

Die Liniergrafiken zeigen die Entwicklung der einzelnen Kennzahlen über zehn bzw. zwanzig Jahre.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Blog: Vermeiden Sie reelle Verluste / Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergeich ©Capital Bank

Diese Grafik zeigt die Entwicklung des Kurs- / Gewinnverhältnisses seit 2009 in verschiedenen Regionen der Welt. Wenn Sie sich das Video von Herrn Malberg weiter oben angesehen haben, dann wissen Sie, um deren Wichtigkeit. Auf dem Schaubild kann man sehr gut erkennen, dass die Unternehmen im Verhältnis zu ihren Gewinnen seit 2015 nicht teurer geworden sind; trotz teils enormer Kursanstiege. Eine Ausnahme bilden die US-amerikanischen Gesellschaften.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis

Blog: Vermeiden Sie reelle Verluste / Kurs-Buch-Verhältnis im Vergeich ©Capital Bank

Auch dieses Schaubild zeigt die Entwicklung einer wichtigen Kennzahl; dem KBV, das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Diese Zahl zeigt den Zusammenhang zwischen Börsenwert eines Unternehmens und dem Wert in der Bilanz. Wie beim Kurs- Gewinnverhältnis auch ist die Aktie günstiger bewertet je kleiner der Wert. Sie sehen, dass auch hier die Regionen Europa, Asien und Emerging Markets günstiger sind als vor fünf Jahren.

Die Dividendenrendite

 Blog: Vermeiden Sie reelle Verluste / Dividendenrendite im Vergleich ©Capital Bank

Diese Grafik zeigt, wie viel Ausschüttungen gemessen in Prozent zum jeweiligen Aktienkurs in den letzten 20 Jahren gezahlt wurden. Was Mieteinnahmen bei Immobilien und Zinsen bei Sparformen und Anleihen sind, wird bei Aktien Dividende genannt. Sie können erkennen, dass die Rendite der Dividenden vom jeweiligen Aktienkurs abhängig ist und entsprechenden Schwankungen unterworfen sind.
Wie erklärt sich der Berg in 2009? Die gezahlte Ausschüttung der Unternehmen blieb annähernd gleich, während der Aktienkurs in der Krise fiel. Die Berechnung der Dividendenrendite ist: gezahlte (oder erwartete) Dividende dividiert durch den Aktienkurs.

Dazu ein einfaches Beispiel:

JahrKurs Aktie A in €Dividende €Dividendenrendite
20078544,71 %
200810044,00 %
20097045,71 %


 

Die absolute Dividende, also der tatsächliche Geldbetrag in Euro, US Dollar, Yen usw. gibt Ihnen Gewissheit, wie zuverlässig das Unternehmen seine Aktionäre am Gewinn teilnehmen lässt.

Nicht vergessen: als Aktionär gehört Ihnen ein Teil des Unternehmens.

Die Analyse dieser Kennzahlen ist nur ein Teil der Aufgabe von Vermögensverwaltern und Fondsmanagern. Ohne die Kenntnis der historischen und aktuellen Daten zu diversen Unternehmen, ist die Investition in Aktien viel zu sehr durch den Zufall gesteuert. Wenn Sie auf Zuruf von Bekannten oder Wahrsagern investieren, kommen Sie dem Glücksspiel und der Goldgräberei sehr nahe.

Vergraben Sie auf der Flucht vor Strafzinsen Ihr Vermögen nicht im Garten. Wenn wir für Sie investieren und verwalten dürfen, dann ist es wissenschaftlich profunde und intensive Arbeit.

Vereinbaren Sie einen kostenlosen Termin mit uns.

Vertrauen ist gut. Die richtige Privatbank ist besser.

 

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

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